Überlagerung (Topologie)

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Die Überlagerung eines topologischen Raums X ist eine stetige Abbildung π:EX mit speziellen Eigenschaften.

Definition

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Anschaulich kann man sich eine Überlagerung so vorstellen, dass man den Überlagerungsraum auf dem Ausgangsraum drauflegt.

Sei X ein topologischer Raum. Eine Überlagerung von X ist eine stetige surjektive Abbildung

π:EX,

sodass es einen diskreten Raum D gibt und für jedes xX eine offene Umgebung UX gibt, sodass

π1(U)=dDVd

und die Abbildung π|Vd:VdU für jedes dD ein Homöomorphismus ist.

Oft wird der Begriff der Überlagerung auch für den Überlagerungsraum E benutzt. Die offenen Mengen Vd werden Blätter genannt und sind, vorausgesetzt die offene Umgebung U ist zusammenhängend, eindeutig durch U bestimmt.[1] S.56 Für ein xU heißt die diskrete Teilmenge π1(x) die Faser von x. Der Grad der Überlagerung ist die Kardinalität des Raumes D. Im Falle eines endlichen Grades spricht man von einer endlichen Überlagerung. Ist E wegzusammenhängend, so wird π als wegzusammenhängende Überlagerung bezeichnet.

Beispiele

  • Für jeden topologischen Raum X existiert die triviale Überlagerung π:XX mit π(x)=x.
Datei:Covering map.svg
Der Raum Y=[0,1]× ist eine Überlagerung von X=[0,1]×S1, die paarweise disjunkten Mengen Si werden homöomorph auf U abgebildet. Die Faser des Punktes x besteht aus den Punkten yi.
  • Die Abbildung r:S1 mit r(t)=(cos(2πt),sin(2πt)) ist eine (nicht triviale) Überlagerung des Einheitskreises S1 in 2. Hierbei gilt beispielsweise für eine offene Umgebung U eines xS1 mit positivem cos(2πt)-Wert: r1(U)n(n14,n+14).
  • Für jedes n ist die Abbildung q:S1S1 mit q(z)=zn eine weitere Überlagerung des Einheitskreises. Für eine offene Umgebung U eines zS1 gilt: q1(U)=i=1nU.
  • Ein Gegenbeispiel, welches zwar ein lokaler Homöomorphismus aber keine Überlagerung des Einheitskreises ist, ist die Abbildung p:+S1 mit p(t)=(cos(2πt),sin(2πt)). Hierbei wird ein Blatt von p1(U), wobei U eine offene Umgebung von (1,0) ist, nicht homöomorph unter p auf U abgebildet.

Eigenschaften

Lokaler Homöomorphismus

Da eine Überlagerung π:EX die paarweise disjunkten, offenen Mengen von π1(U) jeweils homöomorph auf die offene Menge U abbildet, ist sie ein lokaler Homöomorphismus, i.e. π ist eine stetige Abbildung, sodass für jedes eE eine offene Umgebung VE existiert, sodass π|V:Vπ(V) ein Homöomorphismus ist. Daraus folgt, dass der Überlagerungsraum und der Ausgangsraum lokal die gleichen Eigenschaften haben:

  • Ist X eine zusammenhängende und nicht-orientierbare Mannigfaltigkeit, dann gibt es eine zusammenhängende Überlagerung π:X~X, wobei X~ eine zusammenhängende und orientierbare Mannigfaltigkeit ist.[1] S.234
  • Ist X eine zusammenhängende Lie-Gruppe, so gibt es einen Lie-Gruppen-Homomorphismus π:X~X, mit X~:={γ:γ ist ein Weg in X mit γ(0)=1𝑿}/ Homotopie mit festen Enden, der gleichzeitig eine Überlagerung ist.[2] S.174
  • Ist X ein Graph, dann gilt für eine Überlagerung π:EX, dass E auch ein Graph ist.[1] S.85
  • Ist X eine zusammenhängende Mannigfaltigkeit, dann gibt es eine Überlagerung π:X~X, wobei X~ eine zusammenhängende und einfach-zusammenhängende Mannigfaltigkeit ist.[3] S.32
  • Ist X eine zusammenhängende Riemannsche Fläche, dann gibt es eine holomorphe Abbildung[3] S.22 π:X~X, welche gleichzeitig eine Überlagerung ist und X~ ist eine zusammenhängende und einfach-zusammenhängende Riemannsche Fläche.[3] S.32

Produkt von Überlagerungen

Seien X und X topologische Räume und p:EX und p:EX Überlagerungen, dann ist p×p:E×EX×X mit (p×p)(e,e)=(p(e),p(e)) eine Überlagerung von X×X.[4] S.339

Faktorisierung

Seien p,q und r stetige Abbildung, sodass das Diagram

Datei:Commutativ coverings.png

kommutiert.

  • Sind p und q Überlagerung, so auch r.[4] S.485
  • Sind p und r Überlagerung, so auch q.[4] S.485

Äquivalenz von Überlagerungen

Sei X ein topologischer Raum und p:EX und p:EX Überlagerungen. Die Überlagerungen sind zueinander äquivalent, wenn es einen Homöomorphismus h:EE gibt, sodass das Diagramm

Datei:Kommutatives Diagramm Äquivalenz von Überlagerungen.png

kommutiert. Solch ein Homöomorphismus wird auch als ein Isomorphismus zwischen Überlagerungsräumen bezeichnet.

Hochhebungseigenschaft

Eine wichtige Eigenschaft der Überlagerung ist, dass sie die Hochhebungseigenschaft erfüllt:

Sei I das Einheitsintervall [0,1] und p:EX eine zusammenhängende Überlagerung. Sei F:Y×IX eine stetige Abbildung und F~:Y×{0}E ein Lift von F|Y×{0}, i.e. eine stetige Abbildung, sodass pF~=F|Y×{0}, dann gibt es eine eindeutig definierte, stetige Abbildung F~:Y×IE, welche F hochhebt (liftet), i. e. pF~=F.[1] S.60

Ist X ein wegzusammenhängender Raum, so ist für Y={0} die Abbildung F~ die Hochhebung eines Weges in X und für Y=I die Hochhebung einer Homotopie von Wegen in X.

Mithilfe der Hochhebungseigenschaft lässt sich beispielsweise zeigen, dass die Fundamentalgruppe π1(S1) des Einheitskreises eine unendliche, zyklische Gruppe ist, welche von der Homotopieklasse der Schleife γ:IS1 mit γ(t)=(cos(2πt),sin(2πt)) erzeugt wird.[1] S.29

Ist X ein wegzusammenhängender Raum und p:EX eine zusammenhängende Überlagerung, so gilt für je zwei Punkte x,yX, die durch einen Weg γ verbunden sind, dass man durch die Hochhebung γ~ von γ eine bijektive Abbildung

Lγ:p1(x)p1(y), Lγ(γ~(0))=γ~(1)

zwischen den Fasern von x und y erhält.[1] S.69

Ist X ein wegzusammenhängender Raum und p:EX eine zusammenhängende Überlagerung, dann ist der durch p induzierte Gruppenhomomorphismus

p#:π1(E)π1(X) mit p#([γ])=[pγ]

injektiv. Die Elemente der Untergruppe p#(π1(E)) sind die Homotopieklassen der geschlossenen Wegen in X, deren Hochhebung geschlossene Wege in E sind.[1] S.61

Verzweigte Überlagerung

Vorlage:Hauptartikel

Definitionen

Holomorphe Abbildungen zwischen Riemannschen Flächen

Seien X und Y Riemannsche Flächen, i.e. ein-dimensionale, komplexe Mannigfaltigkeiten und f:XY eine stetige Abbildung. Die Abbildung f ist holomorph in einem Punkt xX, wenn für jede Karte ϕx:U1V1 von x und ϕf(x):U2V2 von f(x), mit ϕx(U1)U2, die Abbildung ϕf(x)fϕx1: holomorph ist.

f ist holomorph, wenn f auf ganz X holomorph ist.

Die Funktion F=ϕf(x)fϕx1 heißt die lokale Darstellung von f in xX.

Ist f:XY eine nicht-konstante, holomorphe Abbildung zwischen kompakten Riemannschen Flächen, dann ist f surjektiv[3] S.11 und eine offene Abbildung[3] S.11, d. h. für jede offene Menge UX ist das Bild f(U) ebenfalls offen.

Verzweigungspunkt

Sei f:XY eine nicht-konstante, holomorphe Abbildung zwischen Riemannschen Flächen. Für jedes xX gibt es Karten für x und f(x) und es existiert ein kx>𝟘, sodass die lokale Darstellung von f in x von der Form zzkx ist.[3] S.10 Dieses kx wird als Verzweigungsindex von f in x bezeichnet. Ein Punkt y=f(x)Y heißt Verzweigungspunkt von f, wenn kx2.

Grad einer holomorphen Abbildung

Der Grad deg(f) einer nicht-konstante, holomorphe Abbildung f:XY zwischen kompakten Riemannschen Flächen ist die Kardinalität der Faser eines nicht-Verzweigungspunktes yY, i. e. deg(f):=|f1(y)|.

Diese Zahl ist endlich, da für jedes yY die Faser f1(y) diskret ist[3] S.20 und sie ist wohldefiniert, da für je zwei y1,y2Y, welche keine Verzweigungspunkte sind, gilt: |f1(y1)|=|f1(y2)|.[3] S.29

Für deg(f)=d gilt:

xf1(y)kx=d [3] S.29

Verzweigte Überlagerung

Definition

Eine stetige Abbildung f:XY wird verzweigte Überlagerung genannt, wenn es eine abgeschlossene Menge EY mit dichtem Komplement gibt, sodass f|Xf1(E):Xf1(E)YE eine Überlagerung ist.

Beispiele

  • Sei n und n2, dann ist f: mit f(z)=zn ist eine n-fache verzweigte Überlagerung von , wobei z=0 ein Verzweigungspunkt ist.
  • Jede nicht-konstante, holomorphe Abbildung f:XY zwischen kompakten Riemannschen Flächen vom Grad d ist eine verzweigte d-fache Überlagerung.

Universelle Überlagerung

Sei

p:X~X

eine einfach-zusammenhängende Überlagerung und

β:EX

eine Überlagerung, dann existiert eine eindeutig definierte Überlagerung

α:X~E

, sodass das Diagramm

Datei:Universelle Überlagerung 2.0.png

kommutiert.[4]

S.486

Definition

Sei

p:X~X

eine einfach-zusammenhängende Überlagerung. Ist

β:EX

eine weitere einfach-zusammenhängende Überlagerung von

X

, dann existiert ein eindeutig definierter Homöomorphismus

α:X~E

, der das Diagramm

Datei:Universelle Überlagerung 2.0.png

kommutieren lässt.[4] S.482 Damit ist p bis auf Isomorphismen zwischen Überlagerungsräumen eindeutig bestimmt und wird aufgrund dieser universellen Eigenschaft die universelle Überlagerung von X genannt.

Existenz

Die folgenden Kriterien garantieren die Existenz der universellen Überlagerung, da diese nicht für alle topologischen Räume existiert:

Sei X zusammenhängend und lokal einfach-zusammenhängend, dann gibt es eine universelle Überlagerung p:X~X.

X~ ist definiert als X~:={γ:γ ist ein Weg in X mit γ(0)=x0}/ Homotopie mit festen Enden und p:X~X als p([γ])=γ(1).[1] S.64

Die Topologie auf X~ erhält man wie folgt: Für ein Weg γ:IX mit γ(0)=x0 besitzt der Endpunkt x eine einfach-zusammenhängende Umgebung U, in der für jedes yU die Wege σy in U von x nach y bis auf Homotopie eindeutig definiert sind. Setzt man U~:={γ.σy:yU}/ Homotopie mit festen Enden, so ist p|U~:U~U mit p([γ.σy])=γ.σy(1)=y eine Bijektion und U~ kann mit der Finaltopologie von p|U~ versehen werden.

Die Fundamentalgruppe π1(X,x0)=Γ operiert durch ([γ],[x~])[γ.x~] frei auf X~ und ψ:ΓX~X:Γx~x~(1) ist ein Homöomorphismus, i. e. ΓX~X.

Beispiele

  • r:S1 mit r(t)=(cos(2πt),sin(2πt)) ist die universelle Überlagerung der S1.
  • Sei n. Die Abbildung p:SnPn{+1,1}Sn mit p(x)=[x] ist für n>1 die universelle Überlagerung des projektiven Raumes Pn .
  • q:SU(n)U(n) mit q(A,t)=[exp(2πit)00In1]A ist die universelle Überlagerung der unitären Gruppe U(n).[5]
  • Weil SU(2)S3, ist die Abbildung f:SU(2)𝟚SU(2)SO(3) die universelle Überlagerung der SO(3).
    Datei:Hawaiian Earrings.svg
  • Ein Raum, welcher keine universelle Überlagerung besitzt, ist der sogenannte Hawaiischer Ohrring
X=n{(x1,x2)2:(x11n)2+x22=1n2}. Hierbei handelt es sich um eine abzählbare Vereinigung von Kreisen Cn mit Radius 1n, welche alle durch den Ursprung gehen. Es lässt sich zeigen, dass keine Umgebung des Ursprungs einfach-zusammenhängend ist.[4] S.487

Decktransformation

Definition

Sei X ein topologischer Raum und p:EX eine Überlagerung. Eine Decktransformation ist ein Homöomorphismus d:EE, sodass das Diagramm

Datei:Diagramm Decktrafo.png

kommutiert. Die Menge der Decktransformation bildet mit der Komposition von Abbildungen eine Gruppe Deck(p), welche gleich der Automorphismengruppe Aut(p) ist.

Beispiele

  • Sei n und q:S1S1 die Überlagerung q(z)=zn, dann ist die Abbildung d:S1S1:zze2πi/n eine Decktransformation und Deck(q)/𝕟.
  • Sei r:S1 die Überlagerung r(t)=(cos(2πt),sin(2πt)), dann ist die Abbildung dk::tt+k mit k eine Decktransformation und Deck(r).

Eigenschaften

Sei X ein wegzusammenhängender Raum und p:EX eine zusammenhängende Überlagerung. Da eine Decktransformation d:EE bijektiv ist, wird jedes Element einer Faser p1(x) permutiert und die Abbildung ist dadurch eindeutig definiert, wie sie einen einzelnen Punkt aus der Faser abbildet. Insbesondere fixiert nur die triviale Decktransformation, i.e. idE, einen Punkt in der Faser.[1] S.70 Damit definiert die Gruppe der Decktransformationen eine Gruppenoperation auf jeder Faser, u.z. für eine offene Umgebung UX eines xX und eine offene Umgebung U~E eines ep1(x) gilt: Deck(p)×EE:(d,U~)d(U~) ist eine Gruppenoperation.

Normale Überlagerungen

Definition

Eine Überlagerung p:EX heißt normal, wenn Deck(p)EX. Das bedeutet, dass es für jedes xX und für je zwei e0,e1p1(x) eine Decktransformation d:EE gibt, sodass d(e0)=e1. Diese Überlagerungen werden auch regulär genannt.

Eigenschaften

Sei X ein wegzusammenhängender Raum und p:EX eine zusammenhängende Überlagerung. Sei H=p#(π1(E)) eine Untergruppe von π1(X), dann ist die Überlagerung p genau dann normal, wenn H eine normale Untergruppe von π1(X) ist.[1] S.71

Sei p:EX eine normale Überlagerung und H=p#(π1(E)), dann ist Deck(p)π1(X)/H.[1] S.71

Sei p:EX eine wegzusammenhängende Überlagerung und H=p#(π1(E)), dann ist Deck(p) N(H)/H, wobei N(H) der Normalisator von H ist.[1] S.71

Sei E ein topologischer Raum. Eine Gruppe Γ operiert diskontinuierlich auf E, wenn für jedes eE und jede offene Umgebung VE von e mit V gilt, dass für jedes γΓ mit γVV folgt, dass γ=1.

Operiert nun eine Gruppe Γ diskontinuierlich auf einem topologischen Raum E, so ist die Quotientenabbildung q:EΓE mit q(e)=Γe eine normale Überlagerung.[1] S.72 Dabei ist ΓE={Γe:eE} der Quotientenraum und Γe={γ(e):γΓ} die Bahn der Gruppenoperation.

Beispiele

  • Die Überlagerung q:S1S1 mit q(z)=zn ist eine normale Überlagerung für alle n.
  • Jede einfach-zusammenhängende Überlagerung ist eine normale Überlagerung.

Berechnung von Decktransformationsgruppen

Sei Γ eine Gruppe, die diskontinuierlich auf einem topologischen Raum E operiert und q:EΓE die normale Überlagerung.

  • Ist E wegzusammenhängend, so gilt Deck(q)Γ.[1] S.72
  • Ist E einfach-zusammenhängend, so gilt Deck(q)π1(X).[1] S.71

Beispiele

  • Sei n. Die antipodale Abbildung g:SnSn,g(x)=x generiert zusammen mit der Komposition von Abbildungen eine Gruppe D(g)/𝟚 und induziert eine diskontinuierliche Operation D(g)×SnSn,(g,x)g(x). Hierbei gilt für den Quotientenraum 𝟚SnPn. Damit ist q:Sn𝟚SnPn eine normale Überlagerung und für n>1 die universelle Überlagerung und damit Deck(q)/𝟚π1(Pn) für n>1.
  • Sei SO(3) die spezielle orthogonale Gruppe, dann ist die Abbildung f:SU(2)SO(3)𝟚SU(2) eine normale Überlagerung und weil SU(2)S3 ist sie die universelle Überlagerung der SO(3), weshalb gilt: Deck(f)/𝟚π1(SO(3)).
  • Durch die diskontinuierliche Operation (z1,z2)*(x,y)=(z1+(1)z2x,z2+y) von 𝟚 auf 𝟚, wobei ist (𝟚,*) das semidirekte Produkt ist, erhält man die universelle Überlagerung f:𝟚()𝟚K der Kleinschen Flasche K und damit Deck(f)π1(K).
  • Sei der Torus T=S1×S1 eingebettet in 𝟚. Dann erhält man eine durch den Homöomorphismus α:TT:(eix,eiy)(ei(x+π),eiy) induzierte diskontinuierliche Gruppenoperation Gα×TT, wobei Gα/𝟚. Damit folgt, dass die Abbildung f:TGαTK eine normale Überlagerung der Kleinschen Flasche K ist und damit Deck(f)/𝟚.
  • Sei S3 in 𝟚 eingebettet. Da die Operation S3×/𝕡S3:((z1,z2),[k])(e2πik/pz1,e2πikq/pz2) diskontinuierlich ist, wobei p,q teilerfremd sind, ist die Abbildung f:S3𝕡S3=:Lp,q eine normale Überlagerung des Linsenraumes und damit Deck(f)/𝕡π1(Lp,q).

Galois-Korrespondenz

Sei X ein zusammenhängender und lokal einfach-zusammenhängender Raum, dann gibt es für jede Untergruppe Hπ1(X) eine wegzusammenhängende Überlagerung α:XHX mit α#(π1(XH))=H.[1] S.66 Zwei solche wegzusammenhängenden Überlagerungen p1:EX und p2:EX sind genau dann äquivalent, wenn die Untergruppen H=p1#(π1(E)) und H=p2#(π1(E)) von π1(X) konjugiert zueinander sind.[4] S.482

Ähnlich wie beim Hauptsatz der Galoistheorie gibt es auch hier einen Zusammenhang zwischen den Untergruppen der Fundamentalgruppe und Überlagerungen des Raumes, u. z.:

Sei X ein zusammenhängender und lokal einfach-zusammenhängender Raum, dann gibt es, bis auf Äquivalenz von Überlagerungen, die Bijektion:

{Untergruppen von π1(X)}{wegzusammenhaengende Überlagerung p:EX}Hα:XHXp#(π1(E))p{normale Untergruppen von π1(X)}{normale Überlagerung p:EX}Hα:XHXp#(π1(E))p

Für eine aufsteigende Sequenz {e}HGπ1(X) von Untergruppen, ist die Sequenz X~XHHX~XGGX~Xπ1(X)X~

eine Sequenz von Überlagerungen. Für eine Untergruppe Hπ1(X) vom Index [π1(X):H]=d ist die Überlagerung α:XHX eine d-fache Überlagerung.

Klassifikation

Definitionen

Kategorie von Überlagerungen

Sei

X

ein topologischer Raum. Die Objekte der Kategorie

𝑪𝒐𝒗(𝑿)

sind Überlagerungen

p:EX

und die Morphismen sind stetige Abbildungen

f:EF

, die das Diagramm

kommutieren lassen, wobei

p:EX

und

q:FX

Überlagerungen sind.

G-Menge

Sei G eine topologische Gruppe. Die Kategorie 𝑮𝑴𝒆𝒏𝒈𝒆 ist die Kategorie der Mengen welche G-Räume sind, i.e. die Objekte der Kategorie sind G-Räume. Die Morphismen der Kategorie sind G-Abbildung ϕ:XY zwischen G-Räumen. Diese erfüllen, für jedes gG, die Bedingung ϕ(gx)=gϕ(x).

Äquivalenz dieser Kategorien

Sei X ein zusammenhängender und lokal einfach-zusammenhängender Raum, xX und G=π1(X,x) die Fundamentalgruppe von X. G definiert durch die Hochhebung von Wegen und der Auswertung der Hochhebung am Endpunkt eine Gruppenoperation auf der Faser von Überlagerungen. Damit erhält man einen Funktor F:Cov(X)GMenge:pp1(x), der eine Äquivalenz von Kategorien ist.[1] S.6870

Literatur

  • Allen Hatcher: Algebraic Topology. Cambridge Univ. Press, Cambridge, ISBN 0-521-79160-X
  • Otto Forster: Lectures on Riemann surfaces. Springer Berlin, München 1991, ISBN 978-3-540-90617-9
  • James Munkres: Topology. Upper Saddle River, NJ: Prentice Hall, Inc., ©2000, ISBN 978-0-13-468951-7
  • Wolfgang Kühnel: Matrizen und Lie-Gruppen. Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH, Stuttgart, ISBN 978-3-8348-9905-7
  • Maximiliano Aguilar and Miguel Socolovsky: The Universal Covering Group of U(n) and Projective Representations. Hrsg.: International Journal of Theoretical Physics. Dezember 1999

Einzelnachweise