Asymptotischer Test

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Ein asymptotischer Test[1] ist eine spezielle Art statistischer Tests in der Testtheorie, einem Teilgebiet der mathematischen Statistik. Asymptotische Tests werden für immer größer werdende Stichproben konstruiert, um die im Grenzwert erhaltenen Eigenschaften und Methoden mit einem gewissen Näherungsfehler auch auf endliche Stichprobenumfänge zu übertragen. Die so gewonnenen Tests werden dann auch approximative Tests genannt.[2][3]

Ein klassisches Beispiel für approximative Tests sind die Gauß-Tests. In ihrer exakten Form sind sie lediglich für die Normalverteilung ausgelegt. Mithilfe des zentralen Grenzwertsatzes können die Tests auch als asymptotischer Test auf eine große Klasse von Verteilungen ausgeweitet werden. Dadurch erhält man auch für unzugänglichere Verteilungen bei großen Stichprobenumfang gute Testverfahren.

Definition

Rahmenbedingungen

Gegeben sei ein Grundraum 𝒳, versehen mit einer σ-Algebra 𝒜 und einer Familie von Wahrscheinlichkeitsmaßen (Pϑ)ϑΘ, die mit einer beliebigen Indexmenge Θ versehen ist. Sei 𝒳n das n-fache kartesische Produkt von 𝒳, ebenso sei 𝒜n die n-fache Produkt-σ-Algebra von 𝒜 und sei (Pϑn)ϑΘ die Familie der n-fachen Produktmaße der Pϑ mit sich selbst.

Asymptotischer Test

Unter den obigen Bedingungen sei für jedes n ein statistischer Test

φn:(𝒳n,𝒜n)([0,1],([0,1]))

gegeben. Dann heißt die Folge (φn)n ein asymptotischer Test.[4]

Ein asymptotischer Test ist somit eine Folge von Tests, die für sukzessiv größer werdende Stichprobenumfänge definiert sind.

Niveau eines asymptotischen Tests

Es bezeichne lim sup den Limes superior und En,ϑ die Bildung des Erwartungswertes bezüglich des Wahrscheinlichkeitsmaßes Pϑn.

Gegeben sei eine Zerlegung von Θ in Nullhypothese Θ0 und Alternative Θ1. Dann heißt der asymptotische Test (φn)n ein asymptotischer Test zum Niveau α, wenn

lim supnEn,ϑ(φn)α für alle ϑΘ0

gilt.[1] Im Grenzwert liegt der Erwartungswert bei Vorliegen der Nullhypothese also immer unter α. Daraus folgt jedoch nicht, dass der asymptotische Test das Niveau bei endlichem Stichprobenumfang einhält. Genauso wenig wird angegeben, wie schnell er sich dem Niveau annähert.

Beispiel

Gegeben sei eine Wahrscheinlichkeitsverteilung P auf mit Erwartungswert null und endlicher Varianz σ2. Setze Θ= und definiere

Pϑ(A)=P(ϑ+A)

Hierbei ist ϑ+A:={a+ϑaA} die Minkowski-Summe.

Dann hat Pϑ den Erwartungswert ϑ und die Varianz σ2. Betrachtet man nun eine Folge von unabhängig identisch gemäß Pϑ verteilten Zufallsvariablen (Xn)n, so gilt für diese der zentrale Grenzwertsatz. Mit der Abkürzung

Xn=X1++Xnn

gilt also

limnPϑn(Xnϑσ/nz)=Φ(z).

Hierbei ist Φ die Verteilungsfunktion der Standardnormalverteilung. Definiert man nun für ein fixes ϑ0 die Nullhypothese als

H0:={ϑΘϑϑ0}

und die Alternative als

H1:={ϑΘϑ>ϑ0},

so lassen sich mithilfe der Teststatistiken

Tn(X):=Xnϑσ/n

die Tests

φn:={1 falls Tn(X)>k0 falls Tn(X)k

für H0 gegen H1 definieren. Dabei ist k der kritische Wert, der das Niveau bestimmt. Die Tests φn bilden dann einen asymptotischen Test, da jeder Test φn auf dem sukzessive größer werdenden Stichprobenraum (n,(n)) definiert ist.

Wählt man nun für alle n als kritischen Wert das 1α-Quantil der Standardnormalverteilung u1α, so besitzt der asymptotische Test das Niveau α. Dies folgt daraus, dass nach dem zentralen Grenzwertsatz die Verteilung der Teststatistik gegen die Standardnormalverteilung konvergiert. Der Wert von u1α kann in der Quantiltabelle der Standardnormalverteilung nachgeschlagen werden.

Einzelnachweise