Beschränkte Kohomologie

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Beschränkte Kohomologie ist ein Konzept der Mathematik. Die beschränkte Kohomologie diskreter Gruppen wurde ursprünglich im Zusammenhang mit Banach-Algebren eingeführt, fand ihre Anwendungen jedoch in der Differentialgeometrie nach M. Gromovs 1982 erschienener Arbeit Volume and Bounded Cohomology und in É. Ghys’ Klassifikation von Gruppenwirkungen auf dem Kreis. Seitdem wurde sie in einer Reihe von Anwendungen hauptsächlich in der geometrischen Gruppentheorie sowie in der Geometrie und Topologie von Mannigfaltigkeiten genutzt. Ihre Ausweitung auf topologische Gruppen als stetige beschränkte Kohomologie, deren Grundlagen in einer Monographie von N. Monod aus dem Jahr 2001 entwickelt wurden, war wichtig für die Untersuchung von Gittern in Lie-Gruppen und von Starrheitsfragen.

Definition

Für eine diskrete Gruppe G betrachtet man den Kettenkomplex ([Gn],dn) mit

dn(σ1,,σn)=i=1n1(1)i(σ1,,σi1,σi+1,,σn).

Die beschränkte Kohomologie Hb*(G) ist dann die Kohomologie des Komplexes (Cbn,dn) mit

Cn={f:Gn+1f(σσ1,,σσn+1)=σf(σ1,,σn+1),f<}

und

(dn1f)(σ1,,σn+1)=i=1n+1(1)if(σ1,,σi1,σi+1,,σn+1),

wobei die Norm f durch

f:=sup{|f(σ1,,σn)|:(σ1,,σn)Gn}

definiert ist. Sie induziert eine Halbnorm auf der beschränkten Kohomologie durch

c=inf{f:[f]=c}

für cHb*(G).

Äquivalent kann man Hb*(G) als Kohomologie der G-Invarianten einer beliebigen starken, relativ injektiven Auflösung des trivialen [G]-Moduls definieren.

Insbesondere ist für einen CW-Komplex X mit Fundamentalgruppe π1X=G die Kohomologie des Komplexes der π1X-invarianten, beschränkten Koketten der universellen Überlagerung X~ (äquivalent der beschränkten Koketten auf X) isomorph zu Hb*(G).

Beispiele

Literatur

  • Nicolas Monod: Continuous bounded cohomology of locally compact groups. Lecture Notes in Mathematics. 1758. Springer, Berlin 2001.
  • Roberto Frigerio: Bounded cohomology of discrete groups. Mathematical Surveys and Monographs 227. Providence, RI: American Mathematical Society (2017).