H-Raum

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In der Topologie besteht ein H-Raum aus einem topologischen Raum X (oft als zusammenhängend vorausgesetzt) und einer stetigen Abbildung μ:X×XX mit einer Einheit eX in dem Sinne, dass die Endomorphismen

μ(,e):XX und μ(e,):XX

homotop zur identischen Abbildung idX auf X relativ zu e sind.

Es gibt auch Definitionen, in denen stärkere oder schwächere Forderungen an diese Homotopie gestellt werden: Manchmal wird die Homotopie nur relativ e, manchmal sogar relativ X gefordert. Diese drei Varianten sind äquivalent, wenn X CW-Komplex ist.

Der Name H-Raum wurde von Jean-Pierre Serre zu Ehren von Heinz Hopf vorgeschlagen.

Eigenschaften

Die multiplikative Struktur eines H-Raums bereichert die Struktur seiner Homologie und Kohomologie. So ist der Kohomologiering eines wegzusammenhängenden H-Raums mit endlich erzeugten freien Kohomologiegruppen eine Hopf-Algebra. Außerdem kann man auf den Homologiegruppen eines H-Raums das Pontryagin-Produkt erklären.

Die Fundamentalgruppe eines H-Raums ist abelsch: Sei X ein H-Raum mit Einheit e, und seien f und g Schleifen mit Basispunkt e. Dann können wir eine Abbildung F:[0,1]×[0,1]X durch F(a,b)=f(a)g(b) erklären. Nun ist F(.,0)=F(.,1)=fe homotop zu f und F(0,.)=F(1,.)=eg zu g. Damit entspricht F einer Homotopie von der Verkettung fg von Schleifen zu gf.

Beispiele

J. F. Adams hat gezeigt, dass unter den Sphären nur S0,S1,S3 und S7 H-Räume sind; die Multiplikation wird jeweils von der Multiplikation auf , , (Quaternionen) und 𝕆 (Oktonionen) induziert.

Sei R ein unitärer Ring, GL(R)=n0GL(n,R) die Gruppe der invertierbaren Matrizen über R und BGL(R) der klassifizierende Raum von GL(R). Dann liefert die Plus-Konstruktion einen H-Raum BGL+(R). Seine Fundamentalgruppe ist die Abelisierung von GL(R).

Literatur

  • Edwin H. Spanier: Algebraic Topology. 1. corrected Springer edition, Reprint. Springer, Berlin u. a. 1995, ISBN 3-540-90646-0.