Satz von Lefschetz über Hyperebenenschnitte

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In der Mathematik, speziell in der Algebraischen Geometrie und Algebraischen Topologie, stellt der Satz von Lefschetz über Hyperebenenschnitte einen Zusammenhang zwischen der Gestalt einer algebraischen Varietät und der Gestalt ihrer Untervarietäten her. Er besagt, dass für einen Hyperebenenschnitt YXin einer projektiven Varietät X die Homotopie-, Homologie- und Kohomologiegruppen bis zu einer gewissen Dimension bereits durch diejenigen von X festgelegt sind. Benannt ist die Aussage nach Solomon Lefschetz.

Satz (Allgemeine Formulierung)

Satz: Es sei VPn eine komplex k-dimensionale projektive Varietät und HPn eine Hyperebene, die alle Singularitäten von V enthält. Dann ist

πr(V,VH)=0  r<k1.

Insbesondere induziert die Inklusion VHV einen Isomorphismus der Homotopie-, Homologie- und Kohomologiegruppen bis Grad k2 und einen Epimorphismus (bzw. einen Monomorphismus im Falle der Kohomologie) in Grad k1.

Der Satz ist eine Folgerung aus dem folgenden stärkeren Satz von Andreotti-Frankel.

Satz: Jede komplexe Untermannigfaltigkeit Mn der komplexen Dimension k ist homotopieäquivalent zu einem k-dimensionalen CW-Komplex, insbesondere ist πi(M)=Hi(M;)=0 für i>k.

Hyperflächen im projektiven Raum

Die wohl wichtigste Anwendung bilden nichtsinguläre Hyperflächen XPk, also durch ein einzelnes homogenes Polynom P[z0,,zk] ohne simultane Nullstellen aller partiellen Ableitungen Pzi gegebene Untervarietäten

X={[z0::zk]Pk:P(z0,,zk)=0}.

Hierfür bettet man Pk mittels der Veronese-Einbettung ιd:PkPN (d=deg(P)) als Untervarietät

V:=ιd(Pk)PN

in einen höher-dimensionalen PN ein mit N=(k+dd)1. Das Bild von X unter der Veronese-Abbildung ist der Schnitt von V mit einer Hyperebene HPN, denn die Monome des Grad-d-Polynoms P entsprechen gerade den Komponenten der Veronese-Abbildung, das Bild wird also durch eine lineare Gleichung beschreiben. Man kann dann den Lefschetzschen Satz auf V und H anwenden und erhält wegen XHV, dass

πrXπrPk

ein Isomorphismus für r<k1 und ein Epimorphismus für r=k1 ist.

Insbesondere sind für k3 nichtsinguläre Hyperflächen im Pk einfach zusammenhängend.

Literatur

  • Lefschetz, S.: L'analysis situs et la géométrie algébrique. Gauthier-Villars, Paris, 1950.
  • Andreotti, Aldo; Frankel, Theodore: The Lefschetz theorem on hyperplane sections. Ann. of Math. (2) 69 1959 713–717.
  • Milnor, J.: Morse theory. Based on lecture notes by M. Spivak and R. Wells. Annals of Mathematics Studies, No. 51 Princeton University Press, Princeton, N.J. 1963
  • Lamotke, K.: The topology of complex projective varieties after S. Lefschetz, Topology 20, 15–51 (1981). Online