Multiplikativer Ergodensatz

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In der Ergodentheorie ist der Multiplikative Ergodensatz oder Satz von Oseledets ein mathematischer Lehrsatz, der das asymptotische Langzeitverhalten der Ableitungsmatrizen für Iterationen einer differenzierbaren Abbildung beschreibt.

Der Satz von Oseledets wird in der Regel in einer allgemeinen Fassung für matrixwertige Kozykel formuliert, aus der als spezielle Anwendung der multiplikative Ergodensatz für C1-Diffeomorphismen folgt.

Version für matrixwertige Kozykel

Sei T:XX ein maßerhaltende Abbildung auf einem Wahrscheinlichkeitsraum (X,μ) und sei {A(n,x)Mat(r,):n,xX} eine Familie von Matrizen mit

A(m,Tnx)A(n,x)=A(m+n,x)

für alle m,n,xX, also ein matrixwertiger Kozykel. Sei logA(n,x)L1(X,μ) und logA(n,x)1L1(X,μ) für alle n. Dann existiert für μ-fast alle xX und alle vr mit v=1 der Grenzwert

λ=limnlogA(n,x)vn

und nimmt höchstens r verschiedene Werte an, die von v, aber nicht von x abhängen. Diese Werte heißen Ljapunow-Exponenten. Bezeichnet man die unterschiedlichen Ljapunow-Exponenten mit λ1>>λm, dann gibt es Unterräume

r=V1V2VmVm+1=0

mit

limnlogA(n,x)vn=λi

für vViVi+1,i=1,,m.

Version für Diffeomorphismen

Sei M eine kompakte Riemannsche Mannigfaltigkeit und f:MM ein C1-Diffeomorphismus. Sei μ ein ergodisches f-invariantes Wahrscheinlichkeitsmaß. Dann gibt es für μ-fast alle xM messbar von xM abhängende Zahlen r(x),λ1(x),,λr(x) und eine messbar von x abhängende f-äquivariante Zerlegung

TxM=E1(x)Er(x)

mit

limn±1nlogDxfnv=λi(x)  vEi(x)0,

und

limn±1nlogJac(Dxfn)=i=1r(x)λi(x)mi(x)

für mi(x)=dimEi(x). Die λi(x) heißen Ljapunow-Exponenten, die mi(x) ihre Vielfachheiten. Aus Ergodizität von μ folgt, dass sie μ-fast überall konstant sind.

Literatur

  • V.I. Oseledets: A multiplicative ergodic theorem. Lyapunov characteristic numbers for dynamical systems, Trans. Moscow Math. Soc. 19 (1968), 197–231.
  • D. Ruelle: Ergodic theory of differentiable dynamical systems, Publ. IHÉS 50 (1979), 275–306.