Liste von Darstellungen für die Riemannsche Zeta-Funktion

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Die folgende Liste enthält verschiedene Ausdrücke für die Riemannsche Zeta-Funktion.

Reihendarstellungen

Erwähnenswert ist der Reihenausdruck

ζ(s)=1s1+1n=1(ζ(s+n)1)s(s+1)(s+n1)(n+1)!,

der für alle Werte s1,0,1, definiert ist.[1] Interessant daran ist, dass sich damit die Zeta-Funktion rekursiv auf die ganze Zahlenebene fortsetzen lässt, da für die Berechnung von ζ(s) lediglich die Werte ζ(s+1),ζ(s+2), benötigt werden.

Von Helmut Hasse stammt die global konvergente Reihe[2]

ζ(s)=1s1n=01n+1k=0n(nk)(1)k1(k+1)s1.

Blagouchine gab 2018 zahlreiche Variationen und Verallgemeinerungen solcher Reihentypen.[3]

Integraldarstellungen

Es gilt für Re(s)>1:

ζ(s)=1Γ(s)0xs1ex1dx,
ζ(s)=1Γ(s+1)0exxs(ex1)2dx,
ζ(s)=12(12s)Γ(s)0xs1sinh(x)dx,
ζ(s)=2s1Γ(s+1)0xssinh(x)2dx.

Für Re(s)>0 mit s=1 gilt

ζ(s)=Lis(1)21s1=1(121s)Γ(s)0xs1ex+1dx,
ζ(s)=1(121s)Γ(s+1)0exxs(ex+1)2dx.

Ein exotischer und global konvergenter Ausdruck ergibt sich, wenn man direkt die elementare Reihendarstellung der Zeta-Funktion in die Abel-Plana-Summenformel einsetzt:[4]

ζ(s)=1s1+12+20sin(sarctant)(1+t2)s2 (e2πt1)dt.

Ganz ähnlich dazu gilt beispielsweise

ζ(s)=2s2tan(π2it)(1+it)sdt,

wobei allerdings das Integral einschränkend nur für Re(s)>1 konvergiert.

Eine Übersicht zu zahlreichen weiteren Integraldarstellungen stammt von Michael S. Milgram.[5]

Summenformeln

Zur Herleitung einer global gültigen Summenformel ist bei der Mellin-Transformation zu beachten, dass der Integrand neben der Kernfunktion ts2 eine um t=0 analytische Funktion ist:

tet1=ν=0Bνν!tν.

Diese Tatsache schafft eine enge Beziehung zwischen der Zeta-Funktion und den Bernoulli-Zahlen Bν. Durch sukzessives Abspalten der Taylor-Polynome von t/(et1) im Integrationsintervall von 0 bis 1 kann die Zeta-Funktion auf ganz {1,0,1,} fortgesetzt werden:

ζ(s)=1Γ(s)(1s112s+ν=2Bνν!1s+ν1+1xs1ex1dx).[6]

Dabei wird ausgenutzt, dass 1/Γ(s) eine ganze Funktion ist.

Beziehungen zu speziellen Funktionen

Es gilt

ζ(s)=η(s)121s=λ(s)12s

wobei η(s) und λ(s) die Dirichletsche Eta- bzw. Lambda-Funktion bezeichnet.[7]

Werte der Riemannschen Zeta-Funktion tauchen auch als Funktionswerte der Polygammafunktion auf. Erwähnenswert ist in diesem Kontext eine Schar von Formeln, die für jedes natürliche n>1 gegeben sind durch[8]

ζ(s)=Γ(1s)nslogn(k=1n1ψs1(kn)(ns1)ψs1(1)).

Einzelnachweise

  1. Henri Cohen: Number Theory, Volume II. Analytic and Modern Tools. Springer Verlag, S. 74, Setzen von x=2 in die zweite Formel.
  2. H. Hasse: "Ein Summierungsverfahren für die Riemannsche ζ-Reihe", Mathematische Zeitschrift. 32 (1) (1930): 458–464, doi:10.1007/BF01194645.
  3. I. V. Blagouchine: Three Notes on Ser's and Hasse's Representations for the Zeta-functions. INTEGERS: The Electronic Journal of Combinatorial Number Theory. 18A (2018): 1–45. (arXiv).
  4. Jonathan M. Borwein, David M. Bradley, Richard E. Crandall: Computational strategies for the Riemann zeta function. Journal of Computational and Applied Mathematics 121 (2000) 247–296, (PDF), S. 253.
  5. Integral and Series Representations of Riemann’s Zeta function, Dirichlet’s Eta Function and a Medley of Related Results, (arXiv).
  6. Dragan Miličić: Notes on Riemann’s Zeta Function. (PDF; 121 kB).
  7. Vorlage:MathWorld
  8. O. Espinosa, V. H. Moll: A generalized polygamma function, (arXiv), S. 6.