Darstellungssatz von Fréchet-Riesz

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Vorlage:Dieser Artikel Der Darstellungssatz von Fréchet-Riesz, manchmal auch Satz von Fréchet-Riesz oder Rieszscher Darstellungssatz beziehungsweise Darstellungssatz von Riesz (nach Frigyes Riesz) ist in der Mathematik eine Aussage der Funktionalanalysis, die den Dualraum bestimmter Banachräume charakterisiert. Da Riesz an mehreren solchen Sätzen beteiligt war, werden verschiedene Sätze als Rieszscher Darstellungssatz bezeichnet.

Motivation

In der Funktionalanalysis gewinnt man Informationen über die Struktur von Banachräumen aus dem Studium linearer, stetiger Funktionale. So erlaubt beispielsweise der Trennungssatz, mit ihrer Hilfe konvexe Mengen unter bestimmten Voraussetzungen voneinander zu trennen. Es ergibt sich damit als natürliche Aufgabe, den Raum aller solcher stetigen Funktionale – den Dualraum – näher zu studieren.

Dualräume von normierten Vektorräumen – und damit auch von Banachräumen – sind stets selbst Banachräume[1]. Das konstante Funktional x0 ist offenbar immer stetig und der Satz von Hahn-Banach sichert die Existenz „vieler“ weiterer stetiger Funktionale. Dieser Existenzsatz ist jedoch rein abstrakt und basiert auf nicht-konstruktiven Methoden wie dem Lemma von Zorn. Es liegt nun nahe, nach isometrischen Isomorphismen zwischen einem bekannten Raum und dem zu untersuchenden Dualraum zu suchen, um letzteren greifbar zu beschreiben.

In endlichdimensionalen Vektorräumen ist es leicht, Dualräume zu charakterisieren: Man betrachte als Beispiel ein Funktional φ aus dem Dualraum von 2, den man als (2) bezeichnet. Nach Ergebnissen der linearen Algebra lässt es sich darstellen durch die Multiplikation mit einem Zeilenvektor von links:

x(f1f2)x

und folglich mithilfe des Standardskalarprodukts auch als

xf,x.

Die Abbildung

Φ:2(2)ff,

ist bijektiv und isometrisch. Mithilfe von Φ können wir also den Dualraum des 2 mit dem 2 selbst identifizieren.

Der Satz von Fréchet-Riesz verallgemeinert diese Erkenntnis auf allgemeine Hilberträume, während der Darstellungssatz von Riesz-Markow den Dualraum von C0(K), dem Raum der stetigen Funktionen auf einem kompakten Hausdorff-Raum K, charakterisiert. Eine weitere bekannte, mit dem Namen Riesz verbundene Dualitätsbeziehung ist die Identifizierung der Dualräume von Lp-Räumen mit den Räumen Lq, wobei 1p+1q=1, siehe Dualität von Lp-Räumen.

Aussage

Sei H ein Hilbertraum. Dann existiert zu jedem stetigen, linearen Funktional αH genau ein wH, sodass gilt:

α(v)=v,wvHα=w

Umgekehrt ist für gegebenes wH die Abbildung

vv,w

ein stetiges Funktional mit Operatornorm w.

Beweis

Existenz: Sei α:H ein stetiges, lineares Funktional.

Ist α=0, so wählt man w=0.

Ist α0, dann ist sein Kern U:=Ker(α) ein abgeschlossener Unterraum von H. Mit dem Projektionssatz folgt, dass H=UU. Da außerdem UH folgt U{0}.

Wähle w0U mit w0=1. Dann ist α(w0)=c0. Für λ folgt nun aufgrund der Linearität von α, dass α(λw0)=λc. Insbesondere stellt α einen Isomorphismus zwischen span{w0} und dar. Nach dem Homomorphiesatz ist α auch ein Isomorphismus zwischen U=H/Ker(α) und . Aus diesem Grund folgt U=span{w0}. Nun ist jedes vH von der Form v=λw0+u mit uU und λ. Daher ist α(v)=α(λw0+u)=λc. Setzt man nun w=cw0, dann gilt uw und daher v,w=λw0,w=λc. Wir folgern, dass α(v)=v,w gilt.

Für die Eindeutigkeit sei angenommen, es gebe einen weiteren Vektor w mit α(v)=v,w. Dann gilt für jedes vH, dass v,ww=0. Setzt man v=ww, so folgt 0=ww,ww=ww2, also insbesondere, dass w=w.

Dualität von Lp-Räumen

Vorlage:Hauptartikel

Der Satz von Fréchet-Riesz kann, da jeder unendlich-dimensionale, separable Hilbertraum zu einem L2-Raum isomorph ist, als Satz über L2-Räume angesehen werden. Er lässt sich auf Lp-Räume verallgemeinern. Dieser in Kurzform (Lp)Lq lautende Satz wird oft als Satz von Riesz, seltener als Rieszscher Darstellungssatz, zitiert.

Literatur

Einzelnachweise