Hilbert-Funktion

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In der algebraischen Geometrie gibt die Hilbert-Funktion Informationen über die Anzahl der Hyperflächen zu einem gegebenen Grad. Für hinreichend große Argumente stimmt sie mit einem als Hilbert-Polynom bezeichneten Polynom überein.

Hilbert-Funktion

Sei XPn eine projektive Varietät mit Verschwindungsideal

I(X)K[Z0,,Zn].

Für d1 sei

I(X)d=I(X)K[Z0,,Zn]d

der homogene Anteil vom Grad d. Der Koordinatenring S(X) ist dann ein graduierter Ring

S(X)=d0S(X)d

mit S(X)d=K[Z0,,Zn]d/I(X)d.

Die Dimension von I(X)d gibt die Anzahl der unabhängigen, X enthaltenden Hyperflächen vom Grad d. Die Hilbert-Funktion hX ist definiert durch

hX(d)=dimS(X)d,

sie gibt also die Kodimension von I(X)d.

Beispiele

  • Sei X={[1:0:0],[0:1:0],[0:0:1]}P2. Dann ist hX(d)=3 für alle d1.
  • Sei X={[1:0:0],[0:1:0],[1:1:0]}P2. Dann ist hX(1)=2 und hX(d)=3 für alle d2.
  • Sei XPn eine aus m Punkten bestehende Menge. Dann ist hX(d)=m für dm1.
  • Sei XP2 eine durch ein homogenes Polynom vom Grad k gegebene Kurve. Dann ist hX(d)=dk12k(k3) für dk.

Hilbert-Polynom

Satz: Zu jeder projektiven Varietät XPn gibt es ein Polynom HX[d] vom Grad dim(X), so dass

HX(d)=hX(d)
für alle hinreichend großen d gilt.

Das Polynom HX heißt das Hilbert-Polynom der Varietät X.

Siehe auch

Literatur

  • D. Eisenbud: Commutative algebra. With a view toward algebraic geometry, Graduate Texts in Mathematics 150, Springer-Verlag New York, ISBN 0-387-94268-8