Rekursive Isomorphie

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Rekursive Isomorphie ist in der Berechenbarkeitstheorie eine Äquivalenzrelation auf Mengen natürlicher Zahlen.

Definition

Mengen A;B natürlicher Zahlen heißen rekursiv isomorph AB, falls es eine totale berechenbare Bijektion i: gibt, so dass i(A)=B gilt.

Nummerierungen μ;ν:M einer (höchstens) abzählbaren Menge M heißen rekursiv isomorph, falls es eine ebensolche Bijektion i: mit μ=νi gibt.

Die Abbildung i heißt dann rekursiver Isomorphismus.

Eigenschaften

  • Rekursive Isomorphie ist eine Äquivalenzrelation auf der Potenzmenge 𝒫() der natürlichen Zahlen.
  • Ist i: ein rekursiver Isomorphismus, so ist notwendig auch seine Umkehrfunktion i1 berechenbar.
  • Eine Menge ist genau dann rekursiv isomorph zum Halteproblem H, wenn sie kreativ ist.

Isomorphiesatz von Myhill

Folgender Satz von John Myhill liefert eine Charakterisierung des Begriffes der rekursiven Isomorphie:

Seien A;B erneut Mengen natürlicher Zahlen, so gilt:

ABA1BB1A

Zwei Mengen sind also genau dann rekursiv isomorph, wenn sie one-one-äquivalent sind.

Der Beweis zu diesem Satz ist eine effektive Variante des Beweises des Satzes von Schröder-Bernstein.

In der Theorie der Turing-Grade lässt sich mit Hilfe des Isomorphiesatzes eine weitere wichtige Äquivalenz folgern:

ATBAB

Zwei Mengen befinden sich also genau dann im gleichen Turing-Grad, wenn ihre jeweiligen Turing-Sprünge rekursiv isomorph sind.

Literatur

  • J. Myhill: Creative Sets. In: Zeitschrift für Mathematische Logik und Grundlagen der Mathematik Vol. 1 (1955), S. 97–108.
  • H. Rogers: Theory of recursive function and effective computability (2nd ed.). 1987, MIT Press, Cambridge, MA.