Osmium(IV)-chlorid
Osmium(IV)-chlorid ist eine anorganische chemische Verbindung des Osmiums aus der Gruppe der Chloride. Sie wurde zuerst 1909 synthetisiert.[1]
Gewinnung und Darstellung
Osmium(IV)-chlorid kann auch durch Disproportionierung von Osmium(III)-chlorid bei 500 °C im Vakuum dargestellt werden.[2]
Ebenfalls möglich ist die Darstellung durch Reflux von Thionylchlorid mit Osmium(VIII)-oxid.[3]
Die schwarze Hochtemperaturform kann durch Reaktion von Osmium(VIII)-oxid mit Tetrachlorkohlenstoff oder Osmium mit Thionylchlorid bei 460 °C.[3]
Auch durch Reaktion von Osmium mit Chlor bei etwa 700 °C kann die Hochtemperaturform gewonnen werden.[1]
Eigenschaften
Osmium(IV)-chlorid ist ein roter bis brauner paramagnetischer Feststoff.[4][3] Es löst sich in Wasser, Salzsäure[3] und Ethanol mit gelber Farbe, zersetzt sich in Lösung jedoch rasch.[5] Die Kristallstruktur besteht aus kantenverknüpften [OsCl2]Cl4/2 Oktaedern in linearer Anordnung.[6] Es existiert auch eine schwarze Hochtemperaturform die in Chlor oder Vakuum zu gelben Dämpfen sublimiert[7] die je nach Synthesemethode entsteht.[8] Bei Temperaturen über 400 °C bildet sie mit Sauerstoff Osmiumoxidtetrachlorid OsOCl4.[3] Die Hochtemperaturform besitzt eine orthorhombische Kristallstruktur mit der Vorlage:Raumgruppe, während die Normaltemperaturform eine kubische Kristallstruktur mit der Vorlage:Raumgruppe oder Vorlage:Raumgruppe besitzt.[9][8]
Einzelnachweise
- ↑ 1,0 1,1 Otto Ruff, Ferd. Bornemann: über das Osmium, seine analytische Bestimmung, seine Oxyde und seine Chloride. In: Zeitschrift für anorganische Chemie. 65, 1910, S. 429, Vorlage:DOI.
- ↑ Vorlage:Literatur
- ↑ 3,0 3,1 3,2 3,3 3,4 Vorlage:Literatur
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- ↑ Vorlage:Literatur
- ↑ Vorlage:Literatur
- ↑ 8,0 8,1 Paul Machmer: On the polymorphism of osmium tetrachloride. In: Chemical Communications (London). 1967, S. 610a, Vorlage:DOI.
- ↑ F. Albert. Cotton, Catherine E. Rice: Structure of the high-temperature form of osmium(IV) chloride. In: Inorganic Chemistry. 16, 1977, S. 1865, Vorlage:DOI.