L’art du chant appliqué au piano

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L’art du chant appliqué au piano (Die Kunst des Gesanges auf dem Pianoforte) ist eine Sammlung von Liedern und Operarien, von Sigismund Thalberg (1812–1871) für Klavier solo bearbeitet. Sie gilt als ein Juwel der Spätromantik, womit der Komponist die Kunst des Belcanto am Klavier belebte. Es wurde darauf hingewiesen, dass die pianistische Illusionskunst seiner Übertragung der Gesangskunst auf das Klavier in der geschickten Nachahmung des menschlichen Atems lag.[1]

Porträt Sigismund Thalbergs (nach einer Lithographie von Henri Grévedon)

Kurzeinführung

Sigismund Thalberg war einer der größten Pianisten-Komponisten des 19. Jahrhunderts und ernsthafter Rivale von Franz Liszt. Er erfuhr erst in jüngerer Zeit eine Renaissance. Seine Verbindung zur vokalen Kunst war Zeit seines Lebens unverändert tief. Thalberg komponierte Bearbeitungen von Opernarien, um den Schülern zu helfen die Fähigkeit zu entwickeln, Passagen sowohl sauber als auch lyrisch auszuführen, eine Qualität, für die seine eigene Technik hoch gelobt wurde. Sein L’Art du chant appliqué au piano enthält insgesamt 26 solcher Bearbeitungen.

Die vier Bände voller Opern- und Liedtranskriptionen, veröffentlicht in den 1850er und 1860er Jahren, offenbaren Thalbergs geniale Verbindung von Gesang und Tastenspiel. Von Bellinis "I Puritani" bis zu Beethovens "Adelaide", vereint die Sammlung eine breite Palette musikalischer Meisterwerke. Thalbergs Transkriptionen zeichnen sich durch ihre klaren Texturen und gesanglichen Linien aus, die den virtuosen Klangmauern der Romantik eine subtile Nuance verleihen. Seine Werke, einst im Schatten Liszts stehend, erstrahlen dank einiger Neueinspielungen heute in neuem Licht.[2]

Die Bände erschienen in vier Serien, die einzelnen Bände zu jeweils sechs (bzw. sieben) Stücken.

Als Einleitung (der ersten Serie) ist ein bemerkenswerter Beitrag Thalbergs zur Anschlagslehre vorangedruckt, in dem er den melodiösen Anschlag behandelt. Er stellt elf Regeln auf, welche zu einem schönen Singen notwendig sind, und die von Adolph Kullak (Hrsg. Walter Niemann) in der vielfach aufgelegten Ästhetik des Klavierspiels zusammenfassend breit zitiert werden:[3]

Vorlage:Zitat

Inhalt

Siehe auch

Literatur

  • Adolph Kullak: Die Ästhetik des Klavierspiels. Hrsg. Walter Niemann. Elfte Auflage als durchgesehener Abdruck der vierten bis sechsten, teilweise umgearbeiteten und reich vermehrten Auflagen. Leipzig 1922 (Digitalisat)

Einzelnachweise und Fußnoten

  1. klassik-heute.de: Besprechung der Einspielung von Paul Wee (Ekkehard Pluta)
  2. Siehe z. B. die neueren Einspielungen von Paul Wee und Mordecai Shehori.
  3. Sigismund Thalberg (L’art du chant appliqué au piano), hier zitiert nach Adolph Kullak/Walter Niemann: Die Ästhetik des Klavierspiels. Leipzig 1922, S. 112 f.