Kreuzpolarisation

Die Kreuzpolarisation (Vorlage:EnS) ist eine Technik der Festkörper-Kernspinresonanz (Vorlage:EnS) zur Übertragung der Kernmagnetisierung von verschiedenen Kerntypen über heteronukleare dipolare Wechselwirkungen. Sie wurde ursprünglich als protonenverstärkte Kerninduktionsspektroskopie (Vorlage:EnS) veröffentlicht.[1][2]
Die 1H-X-Kreuzpolarisation verbessert die Empfindlichkeit von ssNMR-Experimenten bei den meisten Experimenten mit Spin-1/2-Kernen erheblich, da sie sich die höhere 1H-Polarisation und die kürzeren T1(1H)-Relaxationszeiten zunutze macht. Sie wurde von Michael Gibby, Alexander Pines und Professor John S. Waugh am Massachusetts Institute of Technology entwickelt.

Bei dieser Technik wird die natürliche Kernpolarisation eines häufig vorkommenden Spins (typischerweise 1H) ausgenutzt, um die Polarisation eines seltenen Spins (z. B. 13C, 15N, 31P) zu erhöhen, indem die Probe mit Radiowellen bei Frequenzen bestrahlt wird, die der Hartmann-Hahn-Bedingung entsprechen:[3]
wobei 𝛾 die gyromagnetischen Verhältnisse sind, 𝜔𝑅 die Rotationsrate ist und 𝑛 ist eine ganze Zahl. Dieser Vorgang wird manchmal auch als „Spin-Locking“ bezeichnet. Die Leistung eines Kontaktpulses wird in der Regel rampenförmig erhöht, um eine breitbandigere und effizientere Magnetisierungsübertragung zu erreichen.
Die Veränderung der Intensität des X-NMR-Signals während der Kreuzpolarisation ist ein Auf- und Abbauprozess, dessen Zeitachse gewöhnlich als „Kontaktzeit“ bezeichnet wird. Bei kurzen CP-Kontaktzeiten kommt es zu einem Aufbau der X-Magnetisierung, bei dem die Übertragung der 1H-Magnetisierung von nahe gelegenen Spins (und entfernten Spins durch Protonenspindiffusion) auf X stattfindet. Bei längeren CP-Kontaktzeiten nimmt die X-Magnetisierung durch T1ρ(X)-Relaxation ab, d. h. durch den Zerfall der Magnetisierung während eines Spin-Locks.