Betriebsspannungsunterdrückung

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Die Betriebsspannungsunterdrückung (Vorlage:EnS, kurz PSR oder Vorlage:EnS, kurz SVR) in der Elektronik besagt, dass eine Beeinflussung der Ausgangsspannung eines Verstärkers durch die Betriebsspannung unterdrückt wird oder in welchem Umfang das möglich ist. Insbesondere wird der Begriff bei Operationsverstärkern verwendet. Die Einwirkung der Versorgungsspannung wird auch durch ihren Versorgungsspannungsdurchgriff angegeben.

Grundlagen

Für den durch keine Störeinflüsse beeinträchtigten Operationsverstärker gilt die Gleichung

Ua=V0 Ud

mit

der Eingangsdifferenzspannung Ud
der Ausgangsspannung Ua
der Leerlaufspannungsverstärkung V0.

Beim realen Operationsverstärker kommt der Einfluss einer Änderung der Betriebsspannung UB mit der Betriebsspannungsverstärkung VB hinzu:

Ua=V0 Ud+VB ΔUB.

Dabei besagt VB=UaUB, in welchem Umfang sich Ua ändert, wenn sich UB ändert.

Da die Betriebsspannungsverstärkung eine unerwünschte Eigenschaft ist, wird sie in Datenblättern nicht angegeben, sondern es wird angegeben, wie viel höher die Leerlaufspannungsverstärkung im Verhältnis zur Betriebsspannungsverstärkung ist durch die Betriebsspannungsunterdrückung[1]

B=V0VB.

Dabei wird meistens statt der Betriebsspannungsunterdrückung ihr logarithmisches Betriebsspannungsunterdrückungs­maß in Dezibel angegeben:

Q(V)B=20lgV0VB dB

Häufig wird die Abkürzung PSRR für Vorlage:EnS oder SVRR für Vorlage:EnS wie ein Formelzeichen gebraucht, dabei uneinheitlich entweder für das Verhältnis B oder das logarithmierte Verhältnis Q(V)B.

Nach der Umrechnung

Ua=V0 Ud+VB ΔUB=V0(Ud+1BΔUB)

ist der zweite Summand in der Klammer die Offsetspannung UOS oder im speziellen Zusammenhang hier ihr Anteil UOSUBΔUB, der sich ergibt, wenn die Betriebsspannung driftet.[2] Dabei ist UOSUB=1B und heißt Versorgungsspannungs­durchgriff[1] oder Versorgungsspannungs­empfindlichkeit.[3]

Ferner wird ein Unterdrückungsfaktor KSVR verwendet,[4] der durch KSVR=ΔUBΔUOS definiert ist und sich damit zu KSVR=B ergibt.

Entsprechend dem Merkmal der Versorgungsspannungsunterdrückung gibt es für Operationsverstärker auch das Merkmal der Gleichtaktunterdrückung (englisch Vorlage:Lang, CMR).

Werte

Der für jeden Operationsverstärker typische Wert zur Betriebsspannungsunterdrückung wird in seinem Datenblatt angegeben. Sowohl Werte PSRR < 80 dB als auch > 120 dB sind zu finden. Solche Angaben gibt es für unipolare wie für bipolare Ausführungen. In Ausnahmefällen sind für Bipolartypen getrennte Angaben vorhanden für die Änderung der positiven und der negativen Speisespannung.

Beispiel

Bei einem Operationsverstärker mit einem PSRR von 100 dB, welcher in einer Schaltung mit einer Verstärkung des geschlossenen Kreises von 40 dB eingesetzt wird, darf sich die Speisespannung maximal um 1 V ändern, wenn die Abweichung trotz der Betriebsspannungsunterdrückung am Ausgang des Operationsverstärkers unter 1 mV bleiben soll.

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 Erwin Böhmer: Elemente der angewandten Elektronik. 11. Auflage. Vieweg, 1998, Seite 158.
  2. Ulrich Tietze, Christoph Schenk: Halbleiter-Schaltungstechnik. 12. Auflage. Springer, 2002, Seite 54.
  3. Datenblatt OP07D, Seite 5. Abgerufen am 8. März 2021.
  4. Vorlage:Literatur