Moyal-Produkt

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Das Moyal-Produkt (nach José Enrique Moyal), auch Weyl–Groenewold-Produkt (nach Hermann Weyl und Hilbrand Johannes Groenewold), ist in der Mathematik eine zweistellige Verknüpfung auf dem Funktionenraum der glatten Funktionen über 2n. Das assoziative, nicht-kommutative Produkt ist ein Spezialfall des Sternproduktes auf allgemeinen Poisson-Mannigfaltigkeiten.[1][2]

Das Moyal-Produkt ist eine „Deformierungsquantisierung“ einer linearen Poisson-Mannigfaltigkeit, das heißt, die Algebra der klassischen Observablen wird deformiert, sodass eine nicht-kommutative Algebra von Quanten-Observablen entsteht (Quantisierung).[3]

Definition

Seien f,gC(2n) zwei glatte Funktionen, deren Funktionsargumente mit (p,q)n×n notiert werden. Dann ist das Moyal-Produkt, mittels notiert, definiert als

fg:=fexp(i2(qppq))g:=n=0,m=0(1)mm!n!(i2)n+m(pmqnf)(qmpng),

wobei das reduzierte plancksche Wirkungsquantum ist und die Ableitung von f und von g bedeutet.

Dabei wird der Operator

=exp(i2(qppq))

mittels der Bidifferentialoperator-Notation als zweistellige Verknüpfung geschrieben, das heißt der Differentialoperator wirkt sowohl auf die Funktion vor als auch auf die Funktion hinter dem Operatorsymbol.

Eigenschaften

Definitionsgemäß kann das Moyal-Produkt als eine Reihe mit gewissen Differentialoperatoren Ck geschrieben werden:

fg=fg+k=1kCk(f,g),

Das Produkt hat folgende Eigenschaften:

Geschichte

Auch wenn das Moyal-Produkt nach Moyal benannt ist, wurde es erstmals 1946 von Groenewold in seiner Doktorarbeit eingeführt.[4] In den 1970ern wurde dann das formelle Sternprodukt eingeführt (Bayen, Flato, Frønsdal, Lichnerowicz, und Sternheimer).[5]

1983 zeigten Lecomte und De Wilde, dass auf jeder symplektischen Mannigfaltigkeit Sternprodukte existieren.[6] 1994 zeigte B.V. Fedosov, wie Sternprodukte auf symplektischen Mannigfaltigkeiten konstruiert werden.[7] 1997 bewies Maxim Konzewitsch, dass auf jeder endlichdimensionalen Poisson-Mannigfaltigkeit Sternprodukte existieren.[8] Für diese und andere Arbeiten bekam er die Fields-Medaille.[9]

Einzelnachweise