Ungleichung von Schweitzer

Aus testwiki
Version vom 20. September 2024, 20:10 Uhr von imported>Crazy1880 (Vorlagen-fix (Reihe))
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Die Ungleichung von Schweitzer (Vorlage:EnS) ist ein Ungleichung des mathematischen Gebiets der Analysis und in gewisser Weise komplementär zur Ungleichung von Cauchy-Schwarz. Sie geht auf eine Arbeit eines Pál Schweitzer[1] aus dem Jahre 1914 zurück, an die in der Folge eine Anzahl von weiterführenden Untersuchungen anschloss, welche weitere Ungleichungen gleichen Typs lieferten. Eng verwandt mit dieser Ungleichung ist nicht zuletzt die von dem sowjetischen Mathematikers Leonid Witaljewitsch Kantorowitsch im Jahre 1948 vorgelegte Kantorowitsch-Ungleichung. Mit der schweitzerschen Ungleichung gewinnt man unter anderem gewisse obere Abschätzungen für die arithmetischen Mittelwerte von endlich vielen positiven Zahlen.[2][3][4]

Formulierung

Die Ungleichung besagt folgendes:[5]

Gegeben seien ein reelles Intervall [m,M]>0 zu zwei positiven Zahlen mM und weiter eine natürliche Zahl N>0 sowie N positive Zahlen a1,,aN[m,M].
Dann gilt:
(1Nk=1Nak)(1Nk=1N1ak)(m+M)24mM  .
Sind weiter ein beliebiges reelles Intervall [a,b] sowie eine reelle Funktion f:[a,b][m,M] gegeben und sind f und ebenso die zugehörige reelle Funktion x1f(x) integrierbar, so gilt die Integralungleichung
(1baabf(x)dx)(1baab1f(x)dx)(m+M)24mM  .

Verallgemeinerung

Im Band I ihres zweibändigen Lehrbuchs Aufgaben und Lehrsätze aus der Analysis präsentieren Georg Pólya und Gábor Szegö eine weitgehende Verallgemeinerung der schweitzerschen Ungleichung:[6][7][8]

Gegeben seien zwei reelle Intervalle [m1,M1],[m2,M2]>0 zu vier positiven Zahlen m1M1,m2M2 und weiter eine natürliche Zahl N>0 sowie 2N positive Zahlen a1,,aN[m1,M1] und b1,,bN[m2,M2].
Dann gilt:
1(k=1Nak2)(k=1Nbk2)(k=1Nakbk)2(M1M2m1m2+m1m2M1M22)2  .
Sind weiter ein beliebiges reelles Intervall [a,b] sowie zwei integrierbare reelle Funktionen f1:[a,b][m1,M1] und f2:[a,b][m2,M2] gegeben, so ist
1(ab[f1(x)]2dx)(ab[f2(x)]2dx)(abf1(x)f2(x)dx)2(M1M2m1m2+m1m2M1M22)2  .[9]

Anmerkung

Manche Autoren bezeichnen die Ungleichung von Schweitzer, die oben genannte Ungleichung von Pólya-Szegö und auch weitere Ungleichungen ähnlichen Typs als zur Cauchy-Schwarz-Ungleichung komplementäre Ungleichungen (Vorlage:EnS).[4]

Literatur

Einzelnachweise

  1. Siehe Diskussion! Möglicherweise handelt es sich um den aus Ungarn stammenden, später in die USA ausgewanderten Maschinenbauingenieur Paul Henry Schweitzer (1893–1980).
  2. D. S. Mitrinović: Analytic Inequalities. 1970, S. 59–66
  3. Georg Pólya, Gábor Szegö: Aufgaben und Lehrsätze aus der Analysis, Bd. I. 1970, S. 57, S. 213–214
  4. 4,0 4,1 J. B. Diaz, F. T. Metcalf: Inequalities complementary to Cauchy's inequality for sums of real numbers. In: Oved Shisha (Hrsg.): Inequalities: Proceedings of a Symposium Held at Wright-Patterson Air Force Base, Ohio, August 19 - 27, 1965. Academic Press, New York, London (1967), S. 73–77
  5. Mitrinović, op. cit., S. 59
  6. Pólya/Szegö, op. cit. S. 57
  7. Mitrinović, op. cit., S. 60
  8. Diaz/Metcalf, op. cit., S. 74
  9. Hier und zuvor entspricht die vordere Ungleichung der Ungleichung von Cauchy-Schwarz.