S-Dualität (Homotopietheorie)

Aus testwiki
Version vom 16. Dezember 2015, 13:35 Uhr von imported>Boehm (Beispiele: typog)
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)
Zur Navigation springen Zur Suche springen

In der Algebraischen Topologie, einem Teilgebiet der Mathematik, bezeichnet S-Dualität eine Dualität zwischen topologischen Spektren und damit zwischen verallgemeinerten Homologie- und Kohomologietheorien.

Definition

Es seien A und A* zwei Spektra. Wir bezeichnen mit AA* ihr Smash-Produkt und mit 𝐒 das Sphärenspektrum.

Ein Dualitätsmorphismus oder eine Dualität zwischen A und A* ist ein Morphismus von Spektren

u:𝐒AA*

so dass für jedes Spektrum E die durch

uE(ϕ):=(ϕidA*)u
uE(ϕ):=(idAϕ)u

definierten Abbildungen

uE:[A,E][𝐒,EA*]
uE:[A*,E][𝐒,AE]

Bijektionen sind.

Die Spektren A und A* heißen S-dual, wenn es einen Dualitätsmorphismus u:𝐒AA* gibt. S-Dualität ist eine symmetrische Relation.

Zwei Spektren A und B heißen n-dual für n, wenn A und ΣnB S-dual sind. Dabei bezeichnet ΣnB das durch (ΣnB)k=Bk+n definierte Spektrum.

S-dualer Morphismus

Seien u:𝐒AA* und v:𝐒BB* zwei Dualitätsmorphismen, dann ist zu jedem Morphismus

f:AB

sein S-dualer Morphismus

f*:B*A*

definiert als das Bild von f unter dem Isomorphismus

(vA*)1uB:[A,B][𝐒,BA*][B*,A*].

(f* ist also wohldefiniert bis auf Homotopie.)

Insbesondere ist f[A,B] genau dann S-dual zu g[B*,A*], wenn uB(f)=vA*(g).

Beispiele

  • Die kanonische Äquivalenz u:𝐒Σn𝐒Σn𝐒 ist eine S-Dualität.
  • Für eine geschlossene n-Mannigfaltigkeit M mit Einhängungsspektrum ΣM wird die Milnor-Spanier S-Dualität
u:𝐒Th(νM)ΣnΣM+
definiert wie folgt: Wähle eine Einbettung MSN für ein Nn und eine Tubenumgebung MUSN mit Projektion p:UM. Dann ist Th(νM)U/U und wir betrachten die Komposition
f:SNU/UU/UM+,
wobei die erste Abbildung SNU auf einen Punkt kollabiert und die zweite Abbildung von (id,p) induziert wird. Dann ist
u:=ΣNΣf:𝐒Th(νM)ΣnΣM+
eine S-Dualität.
Falls M bzgl. eines Ringspektrums E orientierbar ist, dann entsprechen die kohomologischen E-Orientierungen (Thom-Klassen) unter
uE:[Th(νM),E][𝐒,EΣnΣM+]
den homologischen E-Orientierungen (Fundamentalklassen).

Literatur

  • Y. B. Rudyak: On Thom spectra, orientability, and cobordism, Springer-Verlag, 1998, Corrected reprint 2008