Durchschnittssatz von Krull

Aus testwiki
Version vom 29. Oktober 2021, 22:19 Uhr von 95.88.228.30 (Diskussion) (Formulierung des Satzes)
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Der Durchschnittssatz von Krull, benannt nach Wolfgang Krull, ist ein Satz aus der kommutativen Algebra, der sich mit Potenzen von Idealen eines noetherschen Rings beschäftigt. Er hat zur Folge, dass eine gewisse Topologie auf endlich erzeugten Moduln über einem noetherschen Ring hausdorffsch ist.

Formulierung des Satzes

Es sei 𝔞R ein Ideal in einem kommutativen, noetherschen Ring R und M ein endlich erzeugter R-Modul.

  • Für N:=i𝔞iM gilt 𝔞N=N.
  • Ist zusätzlich 𝔞 im Jacobson-Radikal enthalten, so ist N:=i𝔞iM={0}.

Der Beweis ist eine einfache Anwendung des Satzes von Artin-Rees. Nach letzterem gibt es ein k, so dass für alle i>k gilt:

𝔞iMN=𝔞ik(𝔞kMN).

Daraus folgt für i=k+1

N𝔞k+1MN=𝔞1(𝔞kMN)𝔞NN

und damit die erste Behauptung. Die zweite folgt dann aus der ersten und dem Lemma von Nakayama.[1]

Anwendung

Ist M ein beliebiger R-Modul, so definieren die Potenzen

𝔞1M𝔞2M𝔞3M

eine Nullumgebungsbasis in M und damit eine Topologie, die sogenannte 𝔞-adische Topologie. In dieser ist eine Menge UM genau dann offen, wenn es zu jedem xU ein iN gibt mit x+𝔞iMU.

Ist M ein endlich erzeugter R-Modul und 𝔞 ein im Jacobson-Radikal enthaltenes Ideal, so ist M mit der 𝔞-adischen Topologie ein Hausdorffraum. Sind nämlich x,y zwei verschiedene Elemente aus M, so ist xy=0 und daher xy𝔞iM für hinreichend großes i. Dann sind x+𝔞iM und y+𝔞iM disjunkte Umgebungen von x und y.

Einzelnachweise

  1. Siegfried Bosch: Algebraic Geometry and Commutative Algebra. Springer-Verlag, 2012, ISBN 1-4471-4828-2, 2.3. Theorem 2