Projektive Mannigfaltigkeit

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Vorlage:Dieser Artikel In der Mathematik lassen sich projektive Mannigfaltigkeiten lokal durch projektive Koordinaten beschreiben. Zu den projektiven Mannigfaltigkeiten gehören unter anderem flache Mannigfaltigkeiten und hyperbolische Mannigfaltigkeiten und zahlreiche weitere in Differentialgeometrie und Topologie vorkommende Beispiele.

Definition

Der projektive Raum Pn ist der Raum der 1-dimensionalen Untervektorräume des n+1. Die projektive lineare Gruppe PGL(n+1,) wirkt als Gruppe der invertierbaren projektiven Abbildungen auf Pn.

Eine projektive Struktur auf einer Mannigfaltigkeit ist ein Atlas mit Karten-Abbildungen in den projektiven Raum und projektiven Abbildungen als Kartenübergängen.

Genauer: Die n-dimensionale Mannigfaltigkeit M hat eine offene Überdeckung M=iIUi mit Homöomorphismen

ϕi:UiViPn,

so dass für alle i,jI

ϕiϕj1:ϕj(UiUj)ϕi(UiUj)

die Einschränkung einer Abbildung aus PGL(n+1,) ist.

Analog kann man komplex projektive Mannigfaltigkeiten definieren, hier gehen die Kartenabbildungen in den komplex-projektiven Raum Pn und die Kartenübergänge sind Einschränkungen von Abbildungen in PGL(n+1,).

Konvex projektive Mannigfaltigkeiten

Eine projektive Mannigfaltigkeit heißt konvex projektiv, wenn sie von der Form M=ΓΩ für eine konvexe Teilmenge ΩPn und eine diskrete Untergruppe ΓPGL(n+1,) ist.

Beispiele

Hyperbolische Mannigfaltigkeiten

Hyperbolische Mannigfaltigkeiten sind konvex projektiv: das Beltrami-Klein-Modell des hyperbolischen Raumes ist eine konvexe Teilmenge des projektiven Raumes, seine Isometriegruppe ist PSO(n,1)PGL(n+1,).

Flache Mannigfaltigkeiten

Flache Mannigfaltigkeiten sind konvex projektiv: der euklidische Raum ist eine konvexe Teilmenge des projektiven Raumes, seine Isometriegruppe ist eine Untergruppe von PGL(n+1,).

2-dimensionale projektive Mannigfaltigkeiten

Reell projektive Strukturen

Reell projektive Strukturen auf Flächen wurden von Choi und Goldman klassifiziert. Der Raum der Äquivalenzklassen reell projektiver Strukturen auf einer geschlossenen orientierbaren Fläche Σg vom Geschlecht g ist eine abzählbare Vereinigung (16g-16)-dimensionaler offener Zellen.

Der Modulraum der konvex projektiven Strukturen ist eine Zusammenhangskomponente – die Hitchin-Komponente – in der Darstellungsvarietät Hom(π1Σg,PGL(3,)) der Flächengruppe π1Σg.[1]

Komplex projektive Strukturen

Alle komplex projektiven Strukturen auf Flächen lassen sich durch „Grafting“ entlang gemessener Laminierungen aus hyperbolischen Strukturen konstruieren.[2]

3-dimensionale projektive Mannigfaltigkeiten

Satz: Sei M eine 3-Mannigfaltigkeit mit einer der 8 Thurston-Geometrien. Dann ist M entweder eine nicht-orientierbare Seifert-Faserung (und es gibt eine 2-fache Überlagerung mit einer reell projektiven Struktur) oder die Mannigfaltigkeit besitzt eine eindeutige, der Thurston-Geometrie zugrundeliegende, reell projektive Struktur.

Dieser Satz folgt aus der Darstellbarkeit der Thurston-Geometrien (X,G) in (P3,PGL(4,)) mit der Ausnahme, dass im Fall der Produkt-Geometrien S2× und H2× die Gruppe G=Isom(X) durch die Gruppe Isom+(X) der orientierungserhaltenden Isometrien ersetzt werden muss, die eine Untergruppe vom Index 2 ist.

Im Fall nicht-orientierbarer Seifert-Faserungen gibt es reell projektive Strukturen, die nicht von einer projektiven Darstellung ihrer Thurston-Geometrie kommen (Guichard-Wienhard). Es gibt reell projektive Strukturen auch auf nicht-geometrischen 3-Mannigfaltigkeiten (Benoist), andererseits kann die zusammenhängende Summe P3P3 keine reell projektive Struktur haben (Cooper-Goldman).

Literatur

  • Choi, Suhyoung; Goldman, William M.: The classification of real projective structures on compact surfaces. Bull. Amer. Math. Soc. (N.S.) 34 (1997), no. 2, 161–171.
  • Cooper, Daryl; Goldman, William M.: A 3-manifold with no real projective structure. http://arxiv.org/abs/1207.2007
  • Goldman, William M. What is… a projective structure? Notices Amer. Math. Soc. 54 (2007), no. 1, 30–33. pdf

Einzelnachweise

  1. Choi, Suhyoung; Goldman, William M. Convex real projective structures on closed surfaces are closed. Proc. Amer. Math. Soc. 118 (1993), no. 2, 657–661.
  2. Kamishima, Yoshinobu; Tan, Ser P. Deformation spaces on geometric structures. Aspects of low-dimensional manifolds, 263–299, Adv. Stud. Pure Math., 20, Kinokuniya, Tokyo, 1992.

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