Transitive Menge

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In der Mengenlehre nennt man eine Menge A transitiv, falls

  • aus xA und yx immer folgt, dass yA, in Zeichen:
x,y:xAyxyA,

oder äquivalent falls

  • jedes Element von A, das eine Menge ist, eine Teilmenge von A ist.

Auf ‚echte‘ (d. h. von der Leermenge verschiedene) Urelemente kommt es dabei nicht an.
Analog dazu nennt man eine Klasse A transitiv, falls jedes Element von A eine Teilmenge von A ist.

Beispiele

  • Eine Ordinalzahl nach der Definition von John von Neumann ist eine transitive Menge mit der Eigenschaft, dass jedes Element wieder transitiv ist.
  • Ein Grothendieck-Universum ist per definitionem eine transitive Menge.
  • Transitive Klassen werden als Modelle für die Mengenlehre selbst verwendet.

Eigenschaften

  • Eine Menge A ist genau dann transitiv, wenn AA, wobei A=xAx={y|(xA)yx}={y|y2A} die Vereinigung aller Elemente von A ist.[1]
  • Falls A transitiv ist, dann ist auch A transitiv.
  • Falls A und B transitive Mengen sind, dann ist auch AB{A,B} transitiv.
  • Allgemein, falls A eine Klasse ist, deren Elemente alle transitive Mengen sind, dann ist AA eine transitive Klasse.
  • Eine Menge A ist genau dann transitiv, wenn A eine Teilmenge der Potenzmenge von A ist.
  • Die Potenzmenge einer transitiven Menge ist wieder transitiv. Diese Eigenschaft wird bei der Von-Neumann-Hierarchie verwendet um einzusehen, dass alle Stufen dieser Hierarchie transitiv sind.

Verallgemeinerung

Sei gegeben eine Menge (oder Klasse) A und eine Relation R darauf. A heißt R-transitiv, wenn gilt:

x,y:xAyRxyA.[2]

Im Fall R= ergibt sich die obige Definition als Spezialfall.

Anmerkungen

  1. In diese Vereinigung gehen nur Elemente ein, die Mengen sind, also keine (‚echten‘) Urelemente.
  2. Wolfram Pohlers: Mengenlehre (PDF), Universität Münster, Institut für mathematische Logik und Grundlagenforschung, Vorlesungsskript, SS 1994, Seite 31

Siehe auch

Literatur