Palladium(IV)-oxid

Aus testwiki
Version vom 30. Oktober 2021, 15:19 Uhr von imported>CactusBot (Bot: Strukturhinweis: syntaktische Aktualisierung)
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Vorlage:Infobox Chemikalie

Palladium(IV)-oxid, auch als Palladiumdioxid bezeichnet, ist eine chemische Verbindung der Elemente Palladium und Sauerstoff. Das Oxid ist als Hydrat dunkelrot, wasserfrei dagegen schwarz, es zerfällt bei 200 °C in Palladium(II)-oxid.

Gewinnung und Darstellung

Palladium(IV)-oxid fällt als Niederschlag beim Versetzen von PdCl62−-haltigen wässrigen Lösungen mit verdünnter Natronlauge an[1][2]:

Na2PdCl6+4 NaOH PdO2+6 NaCl+2 H2O

Eine Lösung von Natriumcarbonat enthält ausreichend Hydroxidionen und kann anstatt von Natronlauge verwendet werden:

Na2PdCl6+2 Na2CO3 PdO2+6 NaCl+2 CO2

Eine weitere Synthesemethode ist die anodische Oxidation von Palladium(II)-nitrat.[2] Die Herstellung durch Oxidation von Palladium(II)-chlorid mit Ozon verläuft mit schlechten Ausbeuten, da das Palladiumdioxid mit der als Nebenprodukt anfallenden Salzsäure teilweise weiterreagiert.[2]

Eigenschaften

Physikalische Eigenschaften

Palladiumdioxid kristallisiert im tetragonalen Kristallsystem in der Vorlage:Raumgruppe mit den Gitterparametern a = 448 pm und c = 310 pm sowie zwei Formeleinheiten pro Elementarzelle (Rutilstruktur).[3]

Chemische Eigenschaften

Beim Erhitzen gibt Palladiumdioxid Sauerstoff ab und geht bei 200 °C in Palladium(II)-oxid über, das wiederum bei 875 °C in die Elemente zerfällt.[4]

2 PdO2  O2200C  2 PdO  O2875C  2 Pd

Das Hydrat löst sich in konzentrierter Natriumhydroxidlösung unter Bildung von Hexahydroxopalladat-Ionen, die wasserfreie Substanz ist in Alkalien unlöslich.[4]

PdO2+2 NaOH+2 H2ONa2[Pd(OH)6]

Ebenso ist das Hydrat des Palladiumdioxids in Salzsäure löslich, dabei werden Hexachlorpalladat(IV)-Ionen gebildet.[4]

PdO2+6 HClH2[PdCl6]+2 H2O

Palladiumdioxid ist in Oxalsäure zunächst unter Gelbfärbung und Bildung von Dioxalatopalladat(II)-Ionen [Pd(OOC-COO)2]2− löslich[5][2], beim Kochen wird es zu elementarem Palladium reduziert.

PdO2+2 (COOH)2Pd+4 CO2+2 H2O

Auch beim Kochen mit Essigsäure entsteht elementares Palladium.[2]

Einzelnachweise

  1. Referenzfehler: Es ist ein ungültiger <ref>-Tag vorhanden: Für die Referenz namens howi1 wurde kein Text angegeben.
  2. 2,0 2,1 2,2 2,3 2,4 Lothar Wöhler, James König: "Die Oxyde des Palladiums" in Zeitschr. f. Anorg. Chem. 1905, 46, S. 323ff. (Volltext).
  3. I. S. Shaplygin, G. L. Aparnikov, V. B. Lazarev: Preparation of palladium dioxide at high pressure. In: Zhurnal Neorganicheskoi Khimii. 1978, 23, 4, S. 884–887.
  4. 4,0 4,1 4,2 Vorlage:Holleman-Wiberg
  5. M. M. Vezes: "Sur les sels complexes de palladium: palladoxalate" in Bull. Soc. Chim. 1899, (3)21, S. 172f. (Volltext).