Frame (Hilbertraum)

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Ein Frame ist ein Objekt aus dem mathematischen Teilgebiet der Funktionalanalysis, insbesondere aus dem Bereich der Hilbertraumtheorie. Es handelt sich um ein besonderes Erzeugendensystem eines Hilbertraumes.

Definition

Es sei H ein separabler Hilbertraum mit Skalarprodukt , und davon induzierter Norm =,. Eine Familie {fj}jH heißt Frame von H, wenn es 0<mM gibt, so dass für alle fH die Ungleichung

m||f||2j|f,fj|2M||f||2

gilt. Dies bedeutet, dass die 2-Norm der Folge der Fourierkoeffizienten (f,fj)j in direktem Zusammenhang mit der Norm der Funktion f steht.

Kann darin m=M gewählt werden, dann bezeichnet man den Frame als straff oder tight.

Ist obige Ungleichung speziell für m=M=1 erfüllt, so nennt man den Frame auch Parsevalframe. In diesem Fall gilt für alle fH die parsevalsche Gleichung

||f||2=j|f,fj|2.

Beispiel

  • Die Vektoren (1/2,1/2),(1/2,i/2),(1/2,1/2),(1/2,i/2) sind ein straffer Frame für den 2.

Eigenschaften

  • Jedes Frame {fj}j ist ein Erzeugendensystem von H im folgenden (topologischen) Sinne: Es gilt span{fj}=H.
  • Jede Orthonormalbasis ist ein Parsevalframe.
  • Insbesondere Parsevalframes verhalten sich ähnlich gutartig wie Orthonormalbasen, da für diese die Entwicklung f=jf,fjfj gilt. Im Unterschied zu Orthonormalbasen ist diese Zerlegung jedoch nicht eindeutig, das heißt, es kann auch andere Koeffizienten {cj}j geben mit f=jcjfj.

Literatur

  • Ole Christensen: An Introduction to Frames and Riesz Bases. Birkhäuser 2002, ISBN 0-8176-4295-1.