Optische Leitfähigkeit

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Die optische Leitfähigkeit verallgemeinert die elektrische Leitfähigkeit (die oft nur als Gleichstromleitfähigkeit verstanden wird), um ihre Frequenzabhängigkeit zu beachten. Die elektrische Leitfähigkeit bei einer bestimmten Frequenz bestimmt die Durchlässigkeit von Materialien für elektromagnetische Wellen dieser Frequenz.

Bekannte Modelle, welche die optische Leitfähigkeit beschreiben, sind die Drude-Theorie und Drude-Sommerfeld-Theorie für freie Ladungsträger in Metallen und das Modell des Lorentz-Oszillators für gebundene Ladungsträger.

Maxwell-Gleichungen in Materie

Nimmt man an, dass kein externer Strom anliegt, können nur die gebundenen und ungebundenen Elektronen, die durch ein elektrisches Feld beeinflusst werden, zum Strom beitragen. Mit dem ohmschen Gesetz wird der Beitrag der ungebundenen Elektronen auf folgende Weise ausgedrückt:

Jcond=σ1E,

σ1 bezeichnet dabei die Leitfähigkeit, welche nicht vom elektrischen Feld E abhängt. Für die Ladungsverteilung ρ der Elektronen kann in homogenen und isotropen Materialien eine homogen polarisierte Verteilung angenommen werden, in der sich die positiven und negativen Ladungen ausgleichen und die mit ρ=P beschrieben wird. Kombiniert man diese zwei Terme mit der elektrischen Flussdichte D, gelangt man zum Gaußschen Gesetz für Materie

D=ε1E=(1+4πχe)E=E+4πP,

wobei χe die elektrische Suszeptibilität und ε1 den Realteil der Permittivität beziffert. Die hier verwendeten Faktoren sind entsprechend den Gaußschen Einheiten gewählt.

Aus den makroskopischen Maxwellgleichungen lässt sich für die Ausbreitung von elektrischen Wellen in verlustbehafteten Medien die Wellengleichung

2E=ε1μc22Et2+4πσ1μc2Et

mit der magnetischen Permeabilität μ und Lichtgeschwindigkeit c herleiten. Die Leitfähigkeit σ1 wird hier als optische Leitfähigkeit bezeichnet, da die hier relevante Dämpfung der Welle durch Elektronenübergänge zwischen Energieniveaus mit Absorption von Photonen geschieht.[1]

Mit den Maxwell-Gleichungen und obigen Definitionen lässt sich eine komplexwertige Permittivität definieren als

ε^=ε1+i4πσ1ω=ε1+iε2.[2]

In anisotropen Materialien wird die Permittivität tensorwertig, dadurch wird die optische Leitfähigkeit ebenfalls tensorwertig.[1]

Theorie laut Drude

Schematische Darstellung der optischen Leitfähigkeit nach Drude

Im Drude-Modell wird die Bewegung der Elektronen ähnlich wie in der kinetischen Gastheorie beschrieben. Von Bedeutung sind hier die Relaxationszeit τ und die Plasmafrequenz ωp. Mit dem Drude-Sommerfeld-Modell lässt sich die Gleichstromleitfähigkeit σdc folgendermaßen ausdrücken:

σdc=Ne2τm=14πωp2τ

und erhält daraus die frequenzabhängige Leitfähigkeit

σ^(ω)=σdc1iωτ.

Erweitert man den komplexen Teil unter dem Bruchstrich, erhält man den Real- und Imaginärteil der optischen Leitfähigkeit mit

σ1(ω)=ωp2τ4π11+ω2τ2

und

σ2(ω)=ωp2τ4πωτ1+ω2τ2, wobei:

Lorentzoszillator-Modell

Das Modell des Lorentz-Oszillators kann als Erweiterung des Drude-Modells angesehen werden. Mit ihm lassen sich im Vergleich zum Drude-Modell auch Bandübergänge in Metallen beschreiben. Hier wird davon ausgegangen, dass Elektronen durch elektrische Felder zu harmonischen Bewegungen um die Atomrümpfe angeregt werden. Die komplexe Leitfähigkeit wird dann wie folgt beschrieben:

σ(ω)=Ne2mωi(ω0ω2)+ω/τ.

Setzt man die Mittenfrequenz ω0=0 erhält man das Drude-Modell.

Literatur

Einzelnachweise