Dutta-Ray-Lösung

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Die Dutta-Ray-Lösung ist ein Lösungskonzept der kooperativen Spieltheorie. Streben eigennutzenmaximierende Individuen als soziales Ziel die Gleichheit an, so ist die Dutta-Ray-Lösung für kooperative Spiele mit transferierbaren Nutzen geeignet. Jede einzelne Koalition strebt dabei das Prinzip der Gleichheit an.[1]

Lorenz-Menge

Die Lorenz-Menge wird mittels der (starken) Lorenz-Dominanz definiert. Dabei werden jene Zuteilungsvektoren verglichen, mittels derer die Lorenz-Kurven berechnet werden. In einem balancierten Spiel Γ(N,v) ist die Lorenz-Menge definiert als:

LM(v)={xC(v) |  yC(v): yLorx}.

Die Lorenz-Menge besteht somit aus allen nicht Lorenz-dominierten Kernzuteilungen. Außerdem ist die Lorenz-Menge eine Teilmenge des Kerns.[2]

Definition Dutta-Ray-Lösung

Für konvexe Spiele Γ(N,v) ist die Lorenz-Menge einelementig, d. h. |LM(v)|=1. Dieses Element wird dann auch Dutta-Ray-Lösung genannt. Die Dutta-Ray-Lösung eines konvexen Spiels Γ(N,v) ist gegeben mit:

DRL(v)=argminxC(v)iN(xiv(N)|N|)2.[3]

Somit minimiert die Dutta-Ray-Lösung den euklidischen Abstand zwischen der Gleichverteilung und dem Kern.

Beispiele

Beispiel 1

Koalitionsfunktion des (Bei-)Spiels[4]
S {A} {B} {C} {A,B} {A,C} {B,C} {A,B,C}
v(S) 0 200 200 200 700 500 500 1200

Es handelt sich um ein konvexes Spiel. Ist die Gleichverteilung im Kern des Spieles, so ist es die Dutta-Ray-Lösung. Hier sind die dafür notwendigen Bedingungen mit xA=xB=xC=400 erfüllt:

xA,xB,xC200xA+xB+xC=1200xA+xB700xA+xC500xB+xC500

Beispiel 2

Betrachtet man nun folgende Koalitionsfunktion mit ebenfalls v(N)=1200:

S {A} {B} {C} {A,B} {A,C} {B,C} {A,B,C}
v(S) 0 100 100 100 900 300 300 1200

So kann festgehalten werden, dass dieses Spiel weiterhin konvex ist. Setzt man wieder die Gleichverteilung mit xA=xB=xC=400 in die Bedingungen ein:

xA,xB,xC100xA+xB+xC=1200xA+xB900xA+xC300xB+xC300

ist die dritte Bedingung verletzt, d. h. die Gleichverteilung liegt nicht im Kern des Spieles. Spieler A und B wollen zusammen mindestens eine Auszahlung von 900 erhalten. Wird diese Auszahlung hälftig unter den beiden Spielern aufgeteilt xA=xB=450, dann kann Spieler C noch den Rest der Auszahlung der großen Koalition mit xC=300 (v(N)xAxB=1200450450=300) erhalten. Somit ist eine Verteilung gefunden, die alle Bedingungen erfüllt. Zudem wird damit offensichtlich, dass es sich um die Dutta-Ray-Lösung handelt.

Literatur

  • Bhaskar Dutta, Debraj Ray: A concept of egalitarianism under participation constraints. In: Econometrica, Volume 57, Issue 3, 1989, Vorlage:DOI, S. 615–635.
  • Bhaskar Dutta, Debraj Ray: Constrained Egalitarian Allocations. In: Games and Economic Behavior, Volume 3, Issue 4, 1991, Vorlage:DOI, S. 403–422.
  • Toru Hokari, Anita van Gellekom: Population monotonicity and consistency in convex games: Some logical relations. In: International Journal of Game Theory, Volume 31, Issue 4, 2002 Vorlage:DOI, S. 593–607.
  • David Müller: Investitionscontrolling: Entscheidungsfindung bei Investitionen II: Entscheidungstheorie. 3. Aufl. Springer Gabler, Berlin u. a. 2022, ISBN 978-3-658-36596-7.

Einzelnachweise

  1. Vgl. Dutta/Ray 1989, S. 615–617.
  2. Vgl. Müller 2022, S. 522.
  3. Vgl. Hokari/van Gellekom 2002, S. 596; Müller 2022, S. 524.
  4. Vgl. Müller 2022, S. 479.