Langenfeld (Mittelfranken)

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Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland

Hauptstraße in Langenfeld

Langenfeld (fränkisch: Langafäld[1]) ist eine Gemeinde im Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim (Mittelfranken, Bayern).

Geographie

Geographische Lage

Die Gemeinde liegt in den südlichen Ausläufern des Steigerwaldes im ostwärts ziehenden Tal des Ehebachs kurz vor dem Zulauf seines größten linken Zuflusses Laimbach.

Der Hauptort Langenfeld liegt in zwei durch den Bachlauf und einen begleitenden Auenstreifen deutlich getrennten Teilen an den beiderseitigen Auenrändern und unteren Hängen des Ehebachtals. Etwa einen Kilometer westlich der Ortsmitte steht die Einöde Lamprechtsmühle am linken Ufer des Bachs. Der Weiler Hohenholz hat mit etwa 315–Vorlage:Höhe die höchste Lage, er liegt südlich des Hauptorts in den Flurhügeln wenig unter der Wasserscheide zum Einzugsgebiet der Aisch oberhalb der Ehebachmündung.[2]

Nachbargemeinden

Nachbargemeinden sind (von Norden beginnend im Uhrzeigersinn): Baudenbach, Neustadt an der Aisch, Sugenheim und Scheinfeld.

Gemeindegliederung

Die Gemeinde hat drei Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):[3][4]

Vorlage:AnkerEs gibt auf dem Gemeindegebiet nur die Gemarkung Langenfeld. Sie hat eine Fläche von 7,201 km² und ist in 1123 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Flurstücksfläche von 6412,39 m² haben.[5][6]

Geschichte

Im Hohenlohischen Urkundenbuch wurde Langenfeld erstmals am 23. Mai 1305 anlässlich der Übergabe der Veste Wernsberg von Heinrich von Hohelohe an seinen Vetter Konrad genannt: Hiltmar von Langenvelt tritt dabei als Zeuge auf. Der Ortsname leitet sich vom gleichlautenden Flurnamen ab, der auch damals schon lediglich ein langes Feld bezeichnete.[7][8] Von 1317 bis 1782 war Langenfeld im Besitz der Reichsritter von Seckendorff, die dort eine Burg besaßen und das Geleitrecht auf der Straße von Nürnberg nach Frankfurt (später Reichsstraße 8, jetzt Bundesstraße 8), soweit diese durch ihr Territorium führte, ausübten. Bereits 1524 hatte Florian von Seckendorff evangelische Geistliche in Langenfeld angestellt (1533 führte er dann die Verpflichtung auf die Augsburger Konfession und somit offiziell die Reformation durch).[9] Nach dem Dreißigjährigen Krieg ließen sich hier rund 40 protestantische Glaubensvertriebene aus Österreich nieder, die in ihrer neuen Heimat maßgeblich zum Wiederaufbau beitrugen.[10] In der Folge entwickelte sich Langenfeld wirtschaftlich durch die Errichtung einer Posthalterei, die bis 1865 bestand. Im Juni 1757 war die Posthalterei Stützpunkt der Truppen des 1. Fränkischen Kreis-Regiments, das sich im Lager auf dem Lerchenbühl sammelte. Am 22. November 1762 wurden in Langenfeld durch einen Leutnant von Schlammersdorf die seckendorffische Gutsherrschaft und der taxissche Posthalter J. G. Stöcker gebrandschatzt.[11] Neuer Burg- und Dorfherr wurde 1782 der Reichsfreiherr Franz Xaver von und zu Franckenstein, der aber seine Residenz nach Ullstadt verlegte. Die Burg wurde 1782 abgerissen, die Schlosskapelle zur Kirche erweitert und ein Kirchturm errichtet.

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Langenfeld 66 Anwesen (Schloss, Kirche, Pfarrhaus, Schulhaus, 3 Schenkstätten, 3 Höfe, 23 Güter, 7 Gütlein, 23 Häuser, 1 Häuslein, Badstube, Schmiede). Das Hochgericht übte die Herrschaft Ullstadt aus. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft und die Grundherrschaft über alle Anwesen hatte das Rittergut Ullstadt.[12]

Von 1797 bis 1810 unterstand der Ort dem Justizamt Dachsbach und Kammeramt Neustadt. 1810 kam Langenfeld an das Königreich Bayern. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde es dem 1811 gebildeten Steuerdistrikt Ullstadt und der 1813 gebildeten Ruralgemeinde Ullstadt zugewiesen. Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) entstand die Ruralgemeinde Langenfeld, zu der Hohenholz und Lamprechtsmühle gehörten.[13][14] Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Neustadt an der Aisch zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Neustadt an der Aisch. Die freiwillige Gerichtsbarkeit und Ortspolizei hatte jedoch bis 1848 das Patrimonialgericht Ullstadt inne. Am 12. Februar 1827 wurde die Gemeinde an das Landgericht Markt Bibart und dem Rentamt Iphofen abgegeben.[15] Ab 1862 gehörte Langenfeld zum Bezirksamt Scheinfeld (1939 in Landkreis Scheinfeld umbenannt) und ab 1856 zum Rentamt Markt Bibart (1919–1929: Finanzamt Markt Bibart, 1929–1972: Finanzamt Neustadt an der Aisch, seit 1972: Finanzamt Uffenheim). Die Gerichtsbarkeit blieb bis 1879 beim Landgericht Markt Bibart, von 1880 bis 1973 war das Amtsgericht Scheinfeld zuständig, seitdem ist es das Amtsgericht Neustadt an der Aisch.

Wegen der guten Verkehrsverbindungen siedelten sich Handwerksbetriebe an, darunter der Geigen- und Harfenmacher Matthäus Scheinlein (1710–1771), dessen Instrumente bald in ganz Europa gespielt wurden. Der erfolgreichste Posthalter war Georg Moritz Stöcker, der von 1820 bis 1852 die Posthalterei Langenfeld führte, 1825 in den bayerischen Landtag gewählt wurde und 1848/49 Mitglied der Frankfurter Nationalversammlung war. Von 1865 bis 1991 war Langenfeld Eisenbahnstation an der Bahnstrecke Fürth–Würzburg.[16]

Um die Reichsstraße 8 (heute Bundesstraße 8) dem wachsenden Verkehr anzupassen, wurde sie 1938 so verlegt, dass sie nicht mehr durch den Ortskern von Langenfeld hindurch führte. Die Gefährdung Langenfelds durch Hochwasser wurde 1958/59 dadurch gebannt, dass das Flüsschen Ehe im Zuge der Flurbereinigung reguliert wurde. Dies ermöglichte die Erschließung eines neuen Siedlungsgebietes, das bis 2005 bebaut wurde.

Bis 1975 gab es eine Dorfschule, die ab 1535 in den Kirchenbüchern nachgewiesen ist. Das vierte Schulhaus (mit zwei Klassenräumen und zwei Lehrerwohnungen) wurde 1911 von der Gemeinde gebaut und 1975 zum Rathaus umgewidmet. Im Jahre 1997 plante der Gemeinderat die Erweiterung der engen Schulstraße und bemühte sich um Zuschüsse aus dem Städtebauförderungs-Programm, die 2007 gewährt wurden und die Schaffung des Dorfplatzes mit dem Paul-Reutter-Brunnen ermöglichten. Im Jahre 2008 erhielt Langenfeld ein neues Dorfzentrum durch die Errichtung eines Mehr-Generationen-Hauses. Dieses wurde im Wettbewerb Deutschland – Land der Ideen ausgezeichnet.[17] Im Jahre 2014 wurde ein Mehrgenerationen-Wohnprojekt errichtet in dem auch eine Tagespflege untergebracht ist. Im Jahre 2017 ist nach dem Abriss der ehemaligen Bäckerei in der Hauptstraße auf diesem Gelände ein neues Gebäude errichtet worden, in dem eine „Ambulant betreute Wohngemeinschaft“ mit dem Namen „Alte Bäckerei“ beheimatet ist. Ebenso wurde in diesem Jahre mit der Dorfladen Langenfeld UG (haftungsbeschränkt) ein Supermarkt eröffnet, der für die Langenfelder Bevölkerung sowie für die umliegenden Gemeinden als Einkaufsmöglichkeit dient.

Einwohnerentwicklung

Im Zeitraum 1988 bis 2018 stieg die Einwohnerzahl von 784 auf 1050 um 266 Einwohner bzw. um 33,9 %.

Gemeinde Langenfeld

Jahr 1818 1840 1852 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1961 1970 1987 2007 2012 2016
Einwohner 458 528 531 520 538 517 503 540 524 534 552 549 526 465 454 472 456 448 761 826 741 678 779 1036 991 1016
Häuser[18] 88 85 90 93 93 92 102 133 213 333
Quelle [19] [20] [21] [22] [21] [23] [21] [21] [24] [21] [21] [25] [21] [21] [21] [26] [21] [21] [21] [27] [28] [29] [30] [31] [31] [31]

Ort Langenfeld

Jahr Vorlage:01818 Vorlage:01840 Vorlage:01861 Vorlage:01871 Vorlage:01885 Vorlage:01900 Vorlage:01925 Vorlage:01950 Vorlage:01961 Vorlage:01970 Vorlage:01987 Vorlage:02014
Einwohner 420 484 489Vorlage:FN 470 484 504 434 783 711 652 748 989
Häuser[18] 81 78 86 86 87 97 128 204
Quelle [19] [20] [22] [23] [24] [25] [26] [27] [28] [29] [30] [32]

Vorlage:FNZ

Politik und Öffentliche Verwaltung

Die Gemeinde ist Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Scheinfeld.

Gemeinderat

Der Gemeinderat hat zwölf Mitglieder:

(Stand: Kommunalwahl am 15. März 2020)

Wappen und Flagge

Wappen

Vorlage:Wappenbeschreibung

Flagge

Die Gemeindeflagge ist rot-weiß.[34]

Baudenkmäler

Vorlage:Hauptartikel

Bodendenkmäler

Vorlage:Hauptartikel

Gaststätten

  • Gasthaus Zum Hirschen[35]; jetzt Ela Mesa, ein griechisches Restaurant

Verkehr

Der Ort wird östlich von der Bundesstraße 8 tangiert, die nach Markt Bibart (6,5 km nordwestlich) bzw. nach Neustadt an der Aisch (7,5 km südöstlich) führt. Die Staatsstraße 2256 führt nach Baudenbach (2 km nordöstlich) bzw. nach Ullstadt (2,5 km westlich). Die Kreisstraße NEA 26 führt nach Unternesselbach (3,7 km südlich). Eine Gemeindeverbindungsstraße führt zur Lamprechtsmühle (0,8 km westlich).[2]

Söhne und Töchter der Stadt

  • Georg Moritz Stöcker (1797–1852), Posthalter, Abgeordneter der Bayerischen Abgeordnetenkammer und Mitglied der Nationalversammlung in Frankfurt am Main 1848/49
  • Heinrich Stöcker, 1884 Reichstagsabgeordneter der Nationalliberalen[36]
  • Karl Stöcker (1845–1908), Landtags- und Reichstagsabgeordneter
  • Lissy Gröner (1954–2019), Politikerin (SPD), MdEP (1989–2009), ehemaliges Mitglied im Bundesvorstand der ASF – Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen, ASF-Bezirksvorsitzende von Mittelfranken, ehem. Frauenpolitische Sprecherin der SPE-Fraktion
  • Rolf Kemnitzer (* 1964), Dramatiker und Regisseur

Literatur

Vorlage:Commonscat

Fußnoten

  1. W. D. Ortmann: Landkreis Scheinfeld, S. 117. Dort nach den Regeln des HONB folgendermaßen transkribiert: „laŋɒfęld“.
  2. 2,0 2,1 Vorlage:Internetquelle
  3. Vorlage:BLO Ortsdatenbank
  4. Vorlage:BayernPortal Ortsteile
  5. Vorlage:Internetquelle
  6. Vorlage:Internetquelle
  7. W. D. Ortmann: Landkreis Scheinfeld, S. 117 ff.
  8. W.-A. v. Reitzenstein: Lexikon fränkischer Ortsnamen, S. 127.
  9. Max Döllner: Entwicklungsgeschichte der Stadt Neustadt an der Aisch bis 1933, S. 191.
  10. Eberhard Krauß: Exulanten im Evang.-Luth. Dekanat Neustadt an der Aisch. Nürnberg 2012 (Quellen und Forschungen zur fränkischen Familiengeschichte, 27), passim. ISBN 978-3-929865-32-5
  11. Max Döllner: Entwicklungsgeschichte der Stadt Neustadt an der Aisch bis 1933, S. 324.
  12. H. H. Hofmann: Neustadt-Windsheim, S. 109.
  13. Vorlage:Rezatkreis 1820
  14. H. H. Hofmann: Neustadt-Windsheim, S. 223.
  15. H. H. Hofmann: Neustadt-Windsheim, S. 194.
  16. Harald Weigand: Von Langenvelt zu Langenfeld. 1991, S. 206.
  17. Vorlage:Webarchiv, abgerufen am 21. März 2013.
  18. 18,0 18,1 Es sind nur bewohnte Häuser angegeben. Im Jahre 1818 wurden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser und 1871 bis 2016 als Wohngebäude.
  19. 19,0 19,1 Vorlage:Ortsverzeichnis Rezatkreis 1818 Für die Gemeinde Langenfeld zuzüglich der Einwohner und Gebäude von Hohholz (S. 43) und Lamprechtsmühle (S. 52).
  20. 20,0 20,1 Vorlage:Ortsverzeichnis Mittelfranken 1846
  21. 21,00 21,01 21,02 21,03 21,04 21,05 21,06 21,07 21,08 21,09 21,10 21,11 Vorlage:Historisches Gemeindeverzeichnis 1953
  22. 22,0 22,1 Vorlage:Ortsverzeichnis Bayern 1864
  23. 23,0 23,1 Vorlage:Ortsverzeichnis Bayern 1875
  24. 24,0 24,1 Vorlage:Ortsverzeichnis Bayern 1885
  25. 25,0 25,1 Vorlage:Ortsverzeichnis Bayern 1900
  26. 26,0 26,1 Vorlage:Ortsverzeichnis Bayern 1925
  27. 27,0 27,1 Vorlage:Ortsverzeichnis Bayern 1950
  28. 28,0 28,1 Vorlage:Ortsverzeichnis Bayern 1961
  29. 29,0 29,1 Vorlage:Ortsverzeichnis Bayern 1970
  30. 30,0 30,1 Vorlage:Ortsverzeichnis Bayern 1987
  31. 31,0 31,1 31,2 Vorlage:LStDV GKZ
  32. Vorlage:Internetquelle
  33. Vorlage:Literatur
  34. Vorlage:Internetquelle
  35. Langenfeld: Website.
  36. Max Döllner: Entwicklungsgeschichte der Stadt Neustadt an der Aisch bis 1933. S. 651.

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