Phosphite

Aus testwiki
Version vom 3. Oktober 2024, 12:48 Uhr von imported>Kreuz Elf (Änderung: Es ist schon lange bekannt, dass sehr wohl auch bei Dialkylphosphonaten ein Gleichgewicht zu der Phosphitform besteht. Die Anteile sind nur sehr gering und mir ist nicht bekannt, ob es starke Schwankungen je nach Resten gibt oder ob die Phosphitform in allen Fällen zu vernachlässigen ist. Der Römpp gab zu der Nichtexistenz-Aussage keinerlei konkrete Quellen an, somit gehört das in die Kategorie:Fiktion seitens Römpp.)
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Tautomerie der Phosphonsäure und Phosphorigsäure

Als Phosphite werden die Ester (Phosphorigsäureester) und die Salze der in freier Form nicht vorkommenden Phosphorigsäure (veraltet phosphorige Säure) P(OH)3 bezeichnet.[1][2] Als Phosphorigsäureester gelten Verbindungen der Form P(OR)3 mit (R = Alkyl-Rest oder Aryl-Rest), wie beispielsweise Trimethylphosphit.

Abgrenzung Phosphite / Phosphonate

Die Phosphorigsäure ist eine tautomere Form der Phosphonsäure H-P(O)(OH)2, wobei das Gleichgewicht auf der Seite der Phosphonsäure liegt (in der Abbildung auf der linken Seite).[1][3] Die Ester der Phosphonsäure, HP(O)(OR)2 (z. B. Dimethylphosphit), werden allgemein zu den Phosphonaten gezählt. Sie stehen zwar ebenfalls im Gleichgewicht zu den entsprechenden Phosphitverbindungen vom Typ P(OH)(OR)2, aber auch in diesem Fall überwiegt in der Regel die Phosphonatform bei Weitem.[4]

Herstellung

Organische Phosphite werden durch Umsetzung von Phosphortrichlorid mit den entsprechenden Alkoholen oder Phenolen hergestellt:[1]

PCl3+3 CH3OHP(OCH3)3+3 HCl

Mineralisches Phosphit in der Natur

Mineralisches Phosphit (-HPO3) konnte in einem durch Blitzschlag in den Boden entstandenen Fulgurit nachgewiesen werden.[5][6] Das Fulgurit enthielt neben dem üblichen Blitzglas aus geschmolzenem Sand auch graumetallisch schimmernde Kügelchen, die größtenteils aus Eisendisilizid (FeSi2) und Calciummonophosphid (CaP) bestanden.[5][6] In dem CaP wurden winzige Körnchen aus Calciumphosphit (CaHPO3) entdeckt, einem Material mit der Oxidationsstufe +3 des Phosphors.[5][6] Die Entstehung des Phosphits durch einen Blitzschlag hängt mit den im Boden vorhandenen Pflanzenwurzeln zusammen, die oft von einer krustigen Schicht aus Eisenoxiden, Phosphaten und Calcium umgeben sind.[5][6] Bei einem Blitzeinschlag wird diese Schicht kurzzeitig auf etwa 1.200° Celsius erhitzt, wodurch Calciumphosphat (CaHPO4) in Anwesenheit von Eisensilizid chemisch reduziert und stellenweise zu Calciumphosphit (CaHPO3) reagiert.[5][6]

Einzelnachweise