Harmonisches Mittel

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Das harmonische Mittel ist ein Mittelwert einer Menge von Zahlen und wird verwendet, um den Mittelwert von Verhältniszahlen (Quotient zweier Größen) zu berechnen. Es war schon Pythagoras bekannt. Es ist der Spezialfall des Hölder-Mittels mit Parameter −1.

Definition

Das harmonische Mittel von n Zahlen x1,,xn ist definiert als

x¯harm=n1x1++1xn.[1]

Mit der Formel ist das harmonische Mittel zunächst nur für von null verschiedene Zahlen xi definiert. Geht aber einer der Werte xi gegen null, so existiert der Grenzwert des harmonischen Mittels und ist ebenfalls gleich null. Daher ist es sinnvoll, das harmonische Mittel als null zu definieren, wenn mindestens eine der zu mittelnden Größen gleich null ist.

Eigenschaften

Der Kehrwert des harmonischen Mittels ist

1x¯harm=1x1++1xnn

und somit das arithmetische Mittel der Kehrwerte.

Für zwei Werte a und b ergibt sich

x¯harm=21a+1b=2aba+b=(ab)212(a+b)=x¯geom2x¯arithm[2]

mit dem arithmetischen Mittel x¯arithm und dem geometrischen Mittel x¯geom.

Für nichtnegative xi gilt

min(x1,,xn)x¯harmx¯geomx¯arithmmax(x1,,xn).

Beispiele

Für das harmonische Mittel von 5 und 20 gilt

215+120=214=8.

Verwendet man die Formel aus dem Abschnitt Eigenschaften, so gilt

25205+20=8.

Für das harmonische Mittel von zwei benachbarten natürlichen Zahlen n und n+1 ergibt sich

n+n2n+1.

Für n = 0, 1, 2, 3 usw. erhält man die Werte 0, 1 + 1/3, 2 + 2/5, 3 +  3/7 usw. Diese Mittel spielen eine Rolle beim Dean-Verfahren, einem Sitzzuteilungsverfahren.

Gewichtetes harmonisches Mittel

Definition

Sind den xi positive Gewichte wi>0 zugeordnet, so ist das gewichtete harmonische Mittel wie folgt definiert:

x¯harm=w1++wnw1x1++wnxn[3]

Sind alle wi gleich, so erhält man das gewöhnliche harmonische Mittel.

Beispiel

Allgemein gilt: Benötigt man für die Teilstrecke s1 die Zeit t1 (also Durchschnittsgeschwindigkeit v1=s1/t1) und für die Teilstrecke s2 die Zeit t2 (also Durchschnittsgeschwindigkeit v2=s2/t2), so gilt für die Durchschnittsgeschwindigkeit über die gesamte Strecke

v=s1+s2s1v1+s2v2=s1+s2t1+t2=t1v1+t2v2t1+t2

Die Durchschnittsgeschwindigkeit ist also das mit den Wegstrecken gewichtete harmonische Mittel der Teilgeschwindigkeiten oder das mit der benötigten Zeit gewichtete arithmetische Mittel der Teilgeschwindigkeiten.

Fährt man eine Stunde mit 50 km/h und dann eine Stunde mit 100 km/h, so legt man insgesamt 150 km in 2 Stunden zurück; die Durchschnittsgeschwindigkeit ist 75 km/h, also das arithmetische Mittel von 50 und 100. Bezieht man sich hingegen nicht auf die benötigte Zeit, sondern auf die durchfahrene Strecke, so wird die Durchschnittsgeschwindigkeit durch das harmonische Mittel beschrieben: Fährt man 100 km mit 50 km/h und dann 100 km mit 100 km/h, so legt man 200 km in 3 Stunden zurück, die Durchschnittsgeschwindigkeit ist 66,67 km/h, also das harmonische Mittel von 50 und 100.

v=100 km+100 km100 km50 km/h+100 km100 km/h=2 h50 km/h+1 h100 km/h2 h+1 h=100 km+100 km2 h+1 h=200 km3 h66,67 km/h[4]

Siehe auch

Einzelnachweise