Mustervermeidung

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Die Mustervermeidung (Vorlage:EnS) ist ein mathematischer Begriff aus der Kombinatorik. Man spricht von Mustervermeidung, wenn eine Permutation π nicht dasselbe Ordnungsmuster einer zweiten Permutation σ besitzt, das heißt, würde man zwischen den Elementen der Permutationen ein < oder > schreiben, und diese Symbole als Folge interpretieren, so würde in π die Folge von σ nicht als Teilfolge enthalten sein.

Definition

Mit 𝔖n bezeichnen wir die symmetrische Gruppe.

Betrachte die Permutationen π=(p1,,pn)𝔖n und σ=(s1,,sk)𝔖k wobei nk. Man sagt π vermeidet σ falls keine Teilfolge (pi1,,pik)π der Länge k mit i1<i2<<ik existiert, so dass wenn pia<pib auch sa<sb gilt. Ansonsten sagt man das Muster von σ ist in π enthalten.[1]

Beispiele

  • Die Permutation π=2134 vermeidet σ=821, da sich das absteigende Muster 8>2>1 nicht finden lässt.
  • Die Permutation π=7381264 enthält die Permutation ω=2314. In π gibt es die Teilfolge 7<8>2<6, welche das Muster von 2<3>1<4 besitzt. Diese Teilfolge ist aber nicht die einzige Folge, die das Muster von ω besitzt. Hingegen vermeidet π das absteigende Muster σ=4321.

Eigenschaften

Mit πr=(pn,,p1) bezeichnet man die Umkehrung (Vorlage:EnS) einer Permutation π=(p1,,pn) und mit πc=(p1c,,pnc) das Komplement, so dass pic=n+1pi. Als Beispiel sei π=231, dann ist πr=132 und πc=213.

Muster der Länge 3

Es gibt 6 mögliche Muster für eine Permutation der Länge 3

123,132,213,231,312,321

Bezeichne mit 𝔖n(132) die Anzahl der n-Permutationen, die das Muster von ω=132 vermeiden. Wenn nun eine Permutation π das Muster von w vermeidet, dann vermeidet πr die Umkehrung ωr=231 und πc vermeidet ωc=312, somit gilt

𝔖n(132)=𝔖n(231)=𝔖n(312)=𝔖n(213).

Es lässt sich auch 𝔖n(123)=𝔖n(132) zeigen, somit werden alle Muster ω der Länge 3 von derselben Anzahl von n-Permutationen vermieden, es gilt 𝔖n(ω)=Cn wobei Cn die Catalan-Zahlen bezeichnen.[2]

Vermutung von Stanley-Wilf

Die Vermutung von Stanley-Wilf wurde 1980 aufgestellt und 2004 von Adam W. Marcus und Gábor Tardos bewiesen. Es existieren zwei gleichwertige Varianten des Satzes:

Sei π eine Permutation, dann existiert eine Konstante cπ, so dass n gilt

𝔖n(π)cπn.

Variante 2:

Sei π eine Permutation, dann existiert der Grenzwert

lim\limits n𝔖n(π)n.

Literatur

Einzelnachweise