Mechanische Ähnlichkeit

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Die mechanische Ähnlichkeit ist ein Konzept in der klassischen theoretischen Mechanik des Lagrange-Formalismus. Mithilfe der mechanischen Ähnlichkeit können, ohne dass die Bewegungsgleichungen gelöst werden müssten, die mechanischen Grundgrößen verschiedener Bahnkurven in einem konservativen Kraftfeld zueinander in Relation gesetzt werden.

Voraussetzung für die Anwendbarkeit des Konzepts ist ein skaleninvariantes Potential, aus dem das Kraftfeld hervorgeht.

Aussage

Sei V(x1,,xn) ein skaleninvariantes Potential vom Grad k; d. h. für ein beliebiges α gelte V(αx1,,αxn)=αkV(x1,,xn).

Dann folgt für zwei Bahnkurven in diesem Potential für jede Größe der Dimension der Koordinaten l bzw. l und jede Größe der Dimension Zeit t bzw. t:

tt=(ll)1k2

Daraus abgeleitet folgen die entsprechenden Relationen für die Geschwindigkeiten v, die Energien E und die Drehimpulse L:

vv=(ll)k2EE=(ll)kLL=(ll)1+k2

Herleitung

Die Lagrangegleichungen sind invariant unter einer Skalierung =ξ, wobei die Lagrangefunktion des Systems ist. In der klassischen Mechanik gilt

=12m(dxdt)2V(x)

Skaliert man alle Koordinaten mit dem Faktor α und alle Zeiten mit dem Faktor β, dann gilt mit der Annahme eines skaleninvarianten Potentials

=12mα2β2(dxdt)2αkV(x)

und somit die Invarianz der Bewegungsgleichungen für

β=α1k2.

Eine Skalierung der koordinatenartigen Größen um einen Faktor α erfordert somit eine Skalierung der zeitartigen Größen um einen Faktor α1k2, um „dieselbe Physik“ zu erhalten.

Anwendungen

In der klassischen Physik gibt es drei bekannte Anwendungen der mechanischen Ähnlichkeit:

Literatur