Drehspiegelgruppe

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Antiprisma mit der Symmetriegruppe S4

Die Drehspiegelgruppe Sn ist die von der Drehspiegelung zum Drehwinkel φ=2π/n=360/n erzeugte Symmetriegruppe.

Wird als Grundoperation statt der Drehspiegelung die Drehinversion genommen, wird also die Drehung nicht mit einer Ebenenspiegelung verkettet, sondern mit einer Inversion an einem Punkt auf der Drehachse, so entsteht die Gruppe n; die an sich naheliegende Bezeichnung Drehinversionsgruppe ist ungebräuchlich.[1]

Die Gruppen dieser beiden Typen stimmen bis auf die Nummerierung miteinander überein.

Drehspiegelgruppen treten bei der Beschreibung der Symmetrie von Kristallen oder einzelnen Molekülen auf.

Notation

Für die Drehspiegelgruppen Sn gibt es zwei Bezeichnungssysteme:

S1 S2 Sn (n=4k) Sn (n=4k+2) Sn (n ungerade)
Hermann-Mauguin m(=2) 1 n n/2 2n(=n/m)
Schoenflies Cs Ci Sn Sn(=Cn2i) Cnh
Bemerkung Ebenenspiegelung Punktspiegelung

Dabei steht

  • „m“ für „mirror plane“
  • „s“ für „Spiegelebene“
  • „i“ für „Inversion“
  • Cn“ für eine n-zählige Drehsymmetrie („C“ für „cyclisch“); siehe hierzu den Abschnitt „Eigenschaften“
  • „h“ für „horizontale Spiegelebene“ (bei vertikal gedachter Drehachse).

Beispiele

Ein Punkt in der Position 0 wird durch n-fache Anwendung der Grundoperation g (Drehspiegelung bzw. Drehinversion) nacheinander in die Positionen 1, 2, … und schließlich wieder in die Ausgangsposition 0 überführt. Die untenstehenden Abbildungen zeigen diese Anwendung der Gruppenelemente gk (mit k = 0 ... n-1) auf den Punkt 0 für einige Werte von n.

n 1 2 3 4 6
Drehwinkel φ 2π=360 π=180 2/3π=120 π/2=90 π/3=60
Drehspiegelung
Sn
Skizze
Hermann-Mauguin
-Symbol
m(=2) 1 6 4 3
Schoenflies
-Symbol
Cs Ci C3h S4 S6(=C3i)
Drehinversion
n
Skizze
Hermann-Mauguin
-Symbol
1 m(=2) 3 4 6

Ein Körper mit einer Sn- oder n-Symmetrie, der den Punkt 0 enthält, muss auch die zu diesem symmetrischen Punkte 1, 2, … enthalten. Ein Beispiel ist das oben gezeigte Antiprisma, bei dem die 4-zählige Drehspiegelachse senkrecht auf den beiden Deckflächen steht, wobei diese hier unterschiedlich orientiert sind. Bei gleicher Orientierung wäre der Körper nicht mehr drehspiegel- dafür aber weiterhin drehsymmetrisch, und zwar um nun drei 2-zählige Achsen (senkrecht zu den Deckflächen sowie parallel zu deren Winkelhalbierenden). Bei nicht orientierten Deckflächen würden beide Symmetrien gleichzeitig auftreten.

Eigenschaften

Die Drehspiegelgruppe Sn ist zyklisch mit der Ordnung 2n (für ungerades n) oder n (für gerades n).[5] Sie ist damit insbesondere kommutativ.

Sn enthält die Spiegelung genau dann, wenn n ungerade ist, und die Inversion genau dann, wenn n gerade, aber nicht durch 4 teilbar ist.[5]

Sn hat als Untergruppen nur Drehgruppen und Drehspiegelgruppen, und zwar ist

  • die Drehgruppe Cn Untergruppe genau dann, wenn n Teiler von n (für ungerades n) bzw. von n/2 (für gerades n) ist;[5]
  • die Drehspiegelgruppe Sn Untergruppe genau dann, wenn n/n ungerade ist.

Zwischen den n und den Drehspiegelgruppen besteht die Beziehung[4]

n={Sn,wenn n durch 4 teilbar ist,Sn/2,wenn n gerade, aber nicht durch 4 teilbar ist,S2n,wenn n ungerade ist .

Vorlage:Commonscat

Einzelnachweise

  1. Es gibt nur zwei Suchtreffer für „Drehinversionsgruppe“ bei Google Books. In einem der beiden (Konrad Altmann: Grundlagen der Theorie der Infrarot-, Raman- und Hyper-Ramanspektren molekularer Gase, dargestellt unter Benutzung irreduzibler sphärischer Tensoren. Universität München, 1976) heißt es: „Eigentlich besser Drehinversionsgruppe. Dieser Ausdruck ist jedoch in der deutschsprachigen Literatur nicht gebräuchlich.“.
  2. Vorlage:Internetquelle
  3. Vorlage:Literatur
  4. 4,0 4,1 Vorlage:Internetquelle
  5. 5,0 5,1 5,2 Vorlage:Literatur