Winkelhalbierendensatz (Dreieck)

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γ1=γ2|AC||BC|=|AD||BD|

Der Winkelhalbierendensatz ist eine Aussage der Elementargeometrie. Sie besagt, dass die Winkelhalbierende in einem Dreieck die dem Winkel gegenüberliegende Seite im Verhältnis der beiden am Winkel anliegenden Seiten teilt.

Satz und Verallgemeinerung

In einem Dreieck ABC sei D ein Punkt auf der Seite AB. Die Strecke CD teilt den Winkel ACB in die Winkel γ1=ACD und γ2=DCB. Sind diese beiden Winkel gleich groß, das heißt CD ist die Winkelhalbierende des Winkels ACB, dann gilt für die Streckenverhältnisse:[1]

|AC||BC|=|AD||DB|.

Diese Aussage lässt sich auch auf Strecken CD verallgemeinern, die den Winkel in einem beliebigen Verhältnis teilen. Es gilt dann die folgende Verhältnisgleichung:[2]

|AC|sin(γ1)|BC|sin(γ2)=|AD||DB|.

Es gilt auch die Umkehrung des Winkelhalbierendensatzes. Das heißt, ist D ein Punkt auf der Seite AB eines Dreiecks ABC und es gilt das Streckenverhältnis |AC||BC|=|AD||DB|, dann ist CD die Winkelhalbierende des Winkels in C.

Beweis

Skizze zum Beweis

Ein einfacher Beweis der verallgemeinerten Aussage ergibt sich, indem das Flächenverhältnis der beiden durch CD entstandenen Teildreiecke auf zwei unterschiedliche Arten berechnet wird. Auf die erste Art ergeben sich die Dreiecksflächen nach der Formel 12gh mit Grundseite g und zugehöriger Höhe h, auf die zweite Art nach der Formel 12absin(γ) mit den beiden Seiten a, b und dem davon eingeschlossenen Winkel γ.

Damit erhält man nun

|ADC||DBC|=12|AD|h12|BD|h=|AD||BD|

und

|ADC||BDC|=12|AC||CD|sin(γ1)12|BC||CD|sin(γ2)=|AC|sin(γ1)|BC|sin(γ2)

also gilt

|AC|sin(γ1)|BC|sin(γ2)=|AD||BD|

Zu einem Beweis mit baryzentrischen Koordinaten: siehe hier.

Außenwinkelhalbierende

Außenwinkelhalbierende (rot gestrichelt):
Die 3 Schnittpunkte D, E, F liegen auf einer Geraden (rot) und es gelten die folgenden Streckenverhältnisse:
|EB||EC|=|AB||AC|, |FB||FA|=|CB||CA|, |DA||DC|=|BA||BC|

Sofern es sich nicht um ein gleichseitiges Dreieck handelt, existieren für die Außenwinkelhalbierenden eines Dreiecks ebenfalls Verhältnisgleichungen, die die Dreiecksseiten beinhalten. Genauer gilt für ein nicht-gleichseitiges Dreieck ABC das Folgende: Schneidet die Außenwinkelhalbierende in A die Verlängerung der Seite BC in E, die Außenwinkelhalbierende in B die Verlängerung der Seite AC in D und die Außenwinkelhalbierende in C die Verlängerung der Seite AB in F, dann gilt

|EB||EC|=|AB||AC|, |FB||FA|=|CB||CA| und |DA||DC|=|BA||BC|.[3]

Darüber hinaus liegen die Punkte D, E und F auf einer gemeinsamen Geraden.[4]

Geschichte

Der Winkelhalbierendensatz findet sich bereits bei Euklid in den Elementen im Buch VI als Proposition 3.[5]

Literatur

  • Siegfried Krauter, Christine Bescherer: Erlebnis Elementargeometrie: Ein Arbeitsbuch zum selbstständigen und aktiven Entdecken. Springer, 2012, ISBN 978-3-8274-3025-0, S. 161.
  • Claudi Alsina, Roger B. Nelsen: Perlen der Mathematik: 20 geometrische Figuren als Ausgangspunkte für mathematische Erkundungsreisen. Springer, 2015, ISBN 978-3-662-45461-9, S. 66.

Einzelnachweise

  1. Claudi Alsina, Roger B. Nelsen: Perlen der Mathematik: 20 geometrische Figuren als Ausgangspunkte für mathematische Erkundungsreisen. Springer, 2015, ISBN 978-3-662-45461-9, S. 66
  2. Titu Andreescu, Zuming Feng: 103 Trigonometry Problems: From the Training of the USA IMO Team. Springer, 2006, S. 19
  3. Alfred S. Posamentier: Advanced Euclidian Geometry: Excursions for Students and Teachers. Springer, 2002, ISBN 978-1-930190-85-6, S. 3–4
  4. Vorlage:Literatur
  5. Isaac Todhunter: The Elements of Euclid, Buch VI, Proposition 3.