Germanium(II)-bromid
Germanium(II)-bromid (GeBr2) ist eine anorganische chemische Verbindung des Germaniums aus der Gruppe der Bromide.
Gewinnung und Darstellung
Germanium(II)-bromid kann durch Reaktion von Germanium(IV)-bromid mit Germanium oder Zink[1] gewonnen werden.[2]
Ebenfalls möglich ist die Darstellung durch thermische Dissoziation von Tribromgerman im Vakuum oder Einengen einer Lösung von Germanium(II)-oxid in 46-prozentiger Bromwasserstoffsäure. Es kann auch als Rückstand der Destillation einer Lösung von Tribromgerman in Bromwasserstoffsäure oder auch als Rückstand der Destillation einer etherischen Lösung des aus Germanium(II)-oxid mit 40 % Bromwasserstoff in Ether erhältlichen GeHBr3-(C2H5)2O erhalten werden.[2] Zuerst wurde Germanium(II)-bromid durch Umsetzung von Germanium mit Bromwasserstoff und anschließender Reduktion des entstehenden Gemisches aus GeBr4 und GeHBr3 mit metallischem Zink hergestellt.[3]
Eigenschaften
Germanium(II)-bromid ist ein polymerer farbloser bis blassgelber Feststoff, der in Ethanol und Aceton löslich ist. Bei 180–220 °C erfolgt an Luft Oxidation. Er disproportioniert beim Erhitzen in unpolaren Lösungsmitteln zu Germanium(IV)-bromid und Subbromiden, beim trockenen Erhitzen bilden sich Germanium(IV)-bromid und Germanium.[2][3] Mit Wasser hydrolysiert er zu Germanium(II)-hydroxid.[1] Germanium(II)-bromid kristallisiert in einer monoklinen Struktur, Vorlage:Raumgruppe, mit den Gitterparametern a = 11,68 Å, b = 9,12 Å, c = 7,02 Å und β = 101,9°.[4] In der Kristallstruktur ist jedes Germaniumatom an drei Bromatome gebunden, von denen zwei an weitere Germaniumatome binden, so dass sich eine Kettenstruktur ergibt.
Einzelnachweise
- ↑ 1,0 1,1 Vorlage:Holleman-Wiberg
- ↑ 2,0 2,1 2,2 Georg Brauer (Hrsg.), unter Mitarbeit von Marianne Baudler u. a.: Handbuch der Präparativen Anorganischen Chemie. 3., umgearbeitete Auflage. Band I, Ferdinand Enke, Stuttgart 1975, ISBN 3-432-02328-6, S. 724.
- ↑ 3,0 3,1 Vorlage:Literatur
- ↑ Vorlage:Literatur