Verallgemeinerte Fibonacci-Folge

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Eine Verallgemeinerung der Fibonacci-Folge ist entweder eine Erweiterung der Fibonacci-Folge auf größere Definitionsbereiche als die natürlichen Zahlen oder eine Verallgemeinerung des Bildungsgesetzes.

Erweiterung auf größere Definitionsbereiche

Erweiterung auf alle ganzen Zahlen

Wenn man das Bildungsgesetz der Fibonacci-Folgen umkehrt, erhält man

fn2=fnfn1.

Mit dieser Formel kann man rekursiv Fibonacci-Zahlen zu negativen ganzen Zahlen berechnen. Ferner gilt die Formel von Moivre-Binet auch für negative ganze Zahlen: Für den goldenen Schnitt φ gilt:

1+1φ=φ1φ=φ11φ1=11φ

Setzt man ψ:=1φ, so folgt aus

φ0ψ05=0=f0, φ1ψ15=1=f1

und

f(n+1)=f(n1)2=f(n1)fn
=φn+1ψn+15φnψn5=φ1φnψ1ψn5=φ(n+1)ψ(n+1)5.

Der Induktionsschluss ergibt

n0:fn=φnψn5,

so dass schließlich die Formel von Moivre-Binet

n:fn=φnψn5

für alle ganzen Zahlen gilt.

Erweiterung auf alle komplexen Zahlen

Die geschlossene Form für die n-te Fibonacci-Zahl lautet für ganze Zahlen (siehe oben):

fn=Φn(1Φ)n5,n,

wobei Φ der goldene Schnitt ist. Für den goldenen Schnitt Φ gilt die folgende Gleichung:

1+1Φ=Φ(1)1Φ=1Φ
(1Φ)n=(1)n(1Φ)n=(1)nΦn

Ist n eine ganze Zahl, dann gilt jedoch:

(1)n=cos(nπ)

Deshalb ist die stetige und analytische[1] Funktion

Fib(x)=Φxcos(xπ)Φx5

eine Fortsetzung der Fibonacci-Zahlen auf den komplexen Zahlen.

Verallgemeinerung des Bildungsgesetzes

Lucas-Folge

Die Fibonacci-Folge ist ein Spezialfall der Lucas-Folge.

Folgen mit ähnlichem Bildungsgesetz

Folgen in den komplexen Zahlen

Sei (gn)n0 eine Folge in , die für n0 durch das rekursive Bildungsgesetz

gn+2=gn+1+gn

definiert ist, so ist eine solche Folge eine Verallgemeinerung der Fibonacci-Folge, da diese entsteht, wenn man g0=0 und g1=1 setzt. Für das n-te Folgenglied dieser Folge gibt es einen geschlossenen Ausdruck:

gn=fng1+fn1g0,n0,

wobei fn die n-te Fibonacci-Zahl ist. Dies folgt aus vollständiger Induktion mit Induktionsanfang

g0=0g1+1g0=f0g1+f1g0

und Induktionsschritt

gn=gn1+gn2=g1(fn1+fn2)+g0(fn2+fn3)=g1fn+g0fn1

Folgen von Vektoren

Ist V ein Vektorraum und sind g0,g1V, kann man eine Folge (gn)n0 von Vektoren gnV rekursiv definieren durch

gn+2=gn+1+gn,n0.

Wie oben gilt dann die Formel

gn=fng1+fn1g0,n0.

Vektorraum der Fibonacci-Folgen

Wegen der Gleichung

gn=fng1+fn1g0,n0

ist die Menge der Folgen (gn)n0 mit gn+2=gn+1+gn ein zweidimensionaler Teilraum des unendlichdimensionalen -Vektorraums aller komplexen Folgen, wobei (fn)n0 und (fn1)n0 (mit f1:=1) eine Basis bilden.

Einzelnachweise