Differentiationsklasse

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Die Differentiationsklasse[1] ist ein Begriff aus der Mathematik, insbesondere aus dem Teilgebiet der Analysis. Sie ist ein Funktionenraum und umfasst alle Funktionen, die mindestens k-mal stetig differenzierbar sind, wobei k eine natürliche Zahl ist. Notiert wird die Differentiationsklasse meist mittels Ck.

Definition

Sei k{0} eine Zahl und D eine nichtleere, offene Teilmenge der reellen Zahlen. Eine stetige Funktion f:D gehört dann zur Differentiationsklasse Ck(D) beziehungsweise genauer Ck(D,), wenn f auf ganz D mindestens k-mal stetig differenzierbar ist.[2]

Entsprechend der Definition wird mit C(D):=C0(D) die Klasse der stetigen Funktionen und mit C(D) die Differentiationsklasse der beliebig oft differenzierbaren Funktionen bezeichnet.[2]

Verallgemeinerungen

Die Klasse der analytischen Funktionen wird manchmal in Analogie zu obiger Definition mit Cω(D) bezeichnet.

Für stetige Funktionen g:D~nm im mehrdimensionalen euklidischen Vektorraum wird die Definition analog übernommen. Die Funktion g gehört also zur Differentiationsklasse Ck(D~,m), wenn sie auf ganz D~ mindestens k-mal stetig differenzierbar ist.[3][4]

Wenn sich die Anzahl der möglichen Differentiationen (k,l,..) bei mehrdimensionalen Funktionen zwischen den einzelnen Variablen unterscheidet, so kann dem in einer Verallgemeinerung der obigen Notation Rechnung getragen werden: Ck,l,..(D).[5]

Auch für Funktionen zwischen differenzierbaren Mannigfaltigkeiten werden die Ck-Differentiationsklassen analog definiert.

Teilmengenrelation

Sei Dn eine offene Teilmenge, dann gilt

Cω(D)C(D)Ck(D)C1(D)C0(D).

Je höher also der Index k der Differentiationsklasse ist, desto weniger Funktionen umfasst sie.

Beispiele

  • Die Exponentialfunktion exp: ist analytisch und gehört somit zur Klasse Cω().
  • Die Betragsfunktion ||: ist stetig, aber nicht differenzierbar. Sie gehört also zur Klasse C0(), aber nicht zur Klasse C1().
  • Die Funktion f:, x|x|3 ist zweimal stetig differenzierbar, aber nicht dreimal. Es gilt also fC2()C3().
  • Die Funktion fn:, xxn|x| ist n-mal stetig differenzierbar, aber nicht (n+1)-mal für alle n. Es gilt also fnCn()Cn+1().
  • Die Funktion g: mit g(x)=exp(1x2) für x0 und g(0)=0 ist beliebig oft differenzierbar und gehört somit zur Klasse C(), aber sie ist nicht analytisch.
  • Die Funktion h: mit h(x)=x2sin(1/x) für x0 und h(0)=0 ist überall differenzierbar, aber die Ableitungsfunktion ist an der Stelle Null nicht stetig. Somit gehört die Funktion nicht zur Klasse C1(), sondern nur zur Klasse C0().

Genügend glatt

Im Zusammenhang mit der Differenzierbarkeit wird manchmal davon gesprochen, dass eine Funktion genügend glatt sei. Dies bedeutet, dass im jeweiligen Kontext genügend oft differenzierbar ist, man sich also sozusagen keine zusätzlichen Gedanken um die Differenzierbarkeit machen muss.[6] Der Begriff leitet sich aus der Bezeichnung glatte Funktion für eine beliebig oft differenzierbare Funktion ab.

Einzelnachweise

  1. Rolf Walter: Einführung in die Analysis. Band 3. Walter de Gruyter, Berlin u. a. 2009, ISBN 978-3-11-020960-0, S. 59, 147ff.
  2. 2,0 2,1 Konrad Königsberger: Analysis 1. Springer-Verlag, Berlin u. a., 2004, ISBN 3-540-41282-4, S. 155.
  3. Konrad Königsberger: Analysis 2. Springer-Verlag, Berlin/Heidelberg, 2000, ISBN 3-540-43580-8, S. 62.
  4. Vorlage:Literatur
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  6. Vorlage:Literatur